Nathanael Flaming – Herr über 22 500 Bäume
Damit der 28-Jährige den Überblick behält, findet momentan eine detaillierte Bestandserhebung statt: Nathanael Flaming ist der erste Baumkontrolleur des Kreises.

Damit der 28-Jährige auch den Überblick behält, findet momentan eine detaillierte Bestandserhebung statt. Seit zwei Tagen ist Nathanael Flaming mit der Firma Treevolution aus Herrsching am Ammersee unterwegs, um sämtliche Bäume entlang der Kreisstraßen zu erfassen.

In Zweifelsfällen muss geprüft werden, ob ein Baum auf einer privaten Fläche steht oder doch dem Kreis gehört. Im Mai des kommenden Jahres soll die Maßnahme abgeschlossen sein.

Der Kreis Gütersloh ist als Straßenbaulastträger für die Verkehrssicherheitspflicht an seinen Straßen zuständig. Jährlich werden deshalb 13 800 Bäume kontrolliert.

„Dafür haben wir Negativlisten geführt“, sagt Markus Schwarze als Leiter des Kreisunterhaltungsdienstes. Will heißen: Nur die geschädigten Bäume wurden aufgeschrieben.

Nach neuer Gesetzgebung müssen nun aber sämtliche Bäume in einem Kataster beschrieben werden. Außer dem Standort des Baumes sind sein Alter und sein Zustand wichtig.

Nathanael Flaming und Timo Hoffmann nehmen dafür die Linden an der Batenhorster Straße in Rietberg zunächst in Augenschein. An der vier Kilometer langen Allee stehen knapp 500 Linden. Einige sind deutlich älter als 80 Jahre.

„An der Straße sind die Bäume immer im Stress“, sagt Timo Hoffmann. An vielbefahrenen Straßen mehr als an weniger befahrenen. Nicht nur die Abgase machen den Bäumen dort zu schaffen. Für die Wurzeln ist wenig Platz.

Im Herbst fallen die Blätter. Dann ist es leichter ersichtlich, ob sich in der Baumkrone ein abgestorbener Ast verbirgt. Kontrolliert wird zu verschiedenen Jahreszeiten. Ein Pilzbefall ist ebenfalls ein wichtiges Indiz für den Zustand des Baums.

Da er nicht in einen Stamm hineinsehen kann, klopft Flaming ihn rundherum mit einem Kunststoffhammer ab. „Es darf nicht hohl klingen“, erklärt er. An den Bäumen werden zudem Anfahrschäden durch Autos untersucht. Ist ein Baum schließlich erfasst, wird er mit einer Plakette gekennzeichnet. Die befestigt Timo Hoffmann mit dem Einschlaghammer am Baum.

Im Normalfall findet eine Kontrolle alle zwei Jahre statt. Geschädigte Bäume werden jährlich unter die Lupe genommen. Und junge Exemplare werden im Rahmen der routinemäßigen Pflege begutachtet.

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