Naturschutz und Jagd - ein Balanceakt
Die Obleute für Naturschutz aus den Hegeringen im Kreis Gütersloh haben bei ihrer Jahresversammlung im Jägerheim in Rheda-Wiedenbrück viele aktuelle Themen besprochen: (stehend v. l.) Karl-Heinz Viebrock, Andreas Struck, Heinz-Wilhelm Rusche und Josef Broeker sowie (sitzend v. l.) Hans-Joachim Pauck, Karl-Heinrich Hoyer, Kreisobmann Ulrich Bultmann und Günter Jostschulte. 

Das wurde bei der Tagung der Obleute für Naturschutz aus den zwölf Hegeringen der Kreisjägerschaft Gütersloh im Hubertusheim in Rheda-Wiedenbrück deutlich. Unter der Leitung vom Kreisobmann Ulrich Bultmann wurden über aktuelle Themen diskutiert und über das Saatgut für Biotopflächen und Wildäcker gesprochen.

Anträge im Rahmen des neuen Blühflächenprogramm des Landes müssen bis zum 30. Juni bei der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer in Warendorf gestellt sein. Die Verträge gehen über fünf Jahre. Die Obleute empfehlen allerdings die bewährte und preisgünstigere Saatgutmischung, die an den bekannten Stellen ausgegeben wird. Nähere Informationen gibt es bei der Landwirtschaftskammer oder im Internet.

Umbruchverbot für Grünland

Zur Sprache kam ferner das Umbruchverbot für Grünland. Flächenumwandlungen sind nur noch auf Antrag und bei entsprechendem Ausgleich an anderer Stelle möglich. Thema waren ferner die für Naturschutzgebiete möglichen Jagdverbote oder Jagdeinschränkungen. Ziel der Waidmänner ist es, die Jagd in diesen Gebieten im Einvernehmen mit den Naturschutzbehörden aufrecht zu erhalten, um ein Überhandnehmen bestimmter Tiere zu verhindern. Das gilt besonders für Grau-, Kanada- und Nilgans, deren Bestände zum Leidwesen der Landwirte stark gewachsen ist. Enorme Schäden seien zum Beispiel im Umfeld des Steinhorster Beckens zu beklagen, hieß es. Sie seien im Paderborner Raum (Ackerflächen) aber stärker als auf Rietberger Gebiet (Grünland).

Zum Jahr des Waldes planen die Waldbauern nach Angaben von Karl-Heinrich Hoyer aus Borgholzhausen einige Aktionen. So sollen Bäume, die in den nächsten Jahren absterben würden, als Lebensraum für Höhlenbrüter stehen bleiben. Selbst wenn sie später von selbst umfielen, seien sie für kleine Tiere von bedeutung. Die Eigentümer würden für den Holzverlust auf Antrag entschädigt. Die Waldbauern suchen für diese Aktion noch Sponsoren. Näheres unter Telefon 05428/786.

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