Neue Ausweise für 17 000 Ausländer
Peter Detlefsen, Leiter der Ausländerbehörde beim Kreis Gütersloh, zeigt ein Muster des neuen elektronischen Aufenthaltstitel. Er sieht genau so aus wie ein moderner Personalausweis im Scheckkartenformat.

Die bisher verwandten Aufkleber, die ausländische Mitbürger bislang im Rahmen ihrer Aufenthaltsgenehmigung in ihre  Ausweise geklebt bekamen, werden durch eine „Scheckkarte“ ersetzt. Sie erhalten künftig bei jeder Verlängerung ihrer Aufenthaltserlaubnis die elektronische Version. Auch im Falle einer Verlängerung oder Ausstellung des Passes ist der neue Ausweis erforderlich.

EU-Verordnung regelt Einheitlichkeit

Anlass für die Umstellung ist nach Angaben des Kreises eine EU-Verordnung, die unter anderem die Sicherheit innerhalb der Union verbessern und das Vorgehen vereinheitlichen soll. Die Nutzung biometrischer Daten verringere die Gefahr der Identitätstäuschung und des Missbrauchs, so der Kreis.  Datensicherheit sei durch eine Verschlüsselung aller Informationen gewährleistet. Ein Zertifikat stelle sicher, dass nur berechtigte Stellen auf die personenbezogenen Daten zugreifen könnten.

Der neue Aufenthaltstitel wird ausschließlich von der Bundesdruckerei in Berlin erstellt und anschließend von der Ausländerbehörde der Kreisverwaltung ausgehändigt. Ausstellung und Bearbeitung dauern deutlich länger als bisher. Es sei mit einem mehrwöchigen Produktionsprozess zu rechnen, so der Kreis.

Rechtzeitig Termin vereinbaren

Der elektronische Aufenthaltstitel umfasst auch einen Identitätsnachweis, der zum Beispiel die Möglichkeit bietet, sich bei Internetdiensten von Wirtschaft und Verwaltung (wie beispielsweise Banken und Behörden) elektronisch auszuweisen. Sofern die Funktion nicht aufgrund gesetzlicher Bestimmungen bereits ausgeschaltet ist, kann sie auch auf Wunsch deaktiviert werden.

Mit der Einführung des elektronischen Aufenthaltstitels zum 1. September muss der aktuelle nicht zwingend gegen einen neuen elektronischen ausgetauscht werden. Die bisherigen Dokumente in den Reisepässen und Passersatzpapieren behalten bis längstens zum 31. August 2021 ihre Gültigkeit.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat zu dem neuen elektronischen Aufenthaltstitel in verschiedenen Sprachen eine Online-Broschüre erstellt. Sie stehen auch auf der Internetseite des Kreises bereit.

Der Kreis bittet die Betroffenen, sich rechtzeitig vor Ablauf ihrer Aufenthaltserlaubnis bei der Ausländerbehörde zu informieren. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, sollte ein Termin vereinbart werden. Die Ansprechpartner finden sich auch auf der Internet-Seite des Kreises.

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