Neujahrsschwimmen im  Sennesee
Bild: Reinhardt
Aus Rheda-Wiedenbrück waren die Langstreckenschwimmer Michael Wenningkamp und Melanie Kampmeier zum Neujahrsschwimmen an den Sennesee gekommen.
Bild: Reinhardt

 Weitaus größer war die Zahl der Zuschauer. Rund 100 Neugierige beobachteten das Geschehen dick eingemummelt vom sicheren Ufer aus. Teilweise waren sie mit Kameras ausgerüstet, um die besten Bilder der Wagemutigen festzuhalten. Unter ihnen befand sich auch Markus Kampmeier. Der Langstreckenschwimmer aus Rheda-Wiedenbrück bevorzugt wärmeres Wasser und beabsichtigt, im Sommer die 14 Kilometer breite Straße von Gibraltar zu durchqueren. Am Neujahrstag begleitete der Emsstädter seine Ehefrau Melanie, mit der er 2014 beim Wakenitz-Man in Lübeck erfolgreich war, und seinen Freund Michael Wenningkamp, der mit ihm die Straße von Gibraltar in Angriff nehmen will.

„Es war toll, das neue Jahr so zu beginnen“, sagte Melanie Kampmeier, nachdem sie sich mit Michael Wenningkamp in die Sennesee-Fluten gestürzt hatte. „Es hat Spaß gemacht und ich fand es auch gar nicht schlimm.“ Das sahen ihre Mitstreiter genauso, angefangen beim jüngsten Teilnehmer, Henrik Wullenkord, der mit seinen acht Jahren zum ersten Mal dabei war, bis hin zur 80-jährigen Inge Reichelt aus Sende.

Bereits zum sechsten Mal stieg der 75-jährige Karl-Heinz Milde aus Schloß Holte ins Wasser. Er durfte sich über das Eispferdchen-Abzeichen in Bronze freuen, das ab der fünften Teilnahme verliehen wird. Organisator Thomas Jurkschat von der ausrichtenden Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Schloß Holte-Stukenbrock händigte die Aufnäher an jeden tapferen Schwimmer aus, der sich ohne Neopren-Anzug in den See gewagt hatte.

Das Eispferdchen nahm auch Extremschwimmer Bruno Dobelmann (Kampfname „Orca“) aus Stuttgart entgegen. Bereits am Vortag hatte der 56-Jährige beim Silvesterschwimmen der DLRG Paderborn im Lippesee mitgemacht und war dabei als zweiter Deutscher die Eismeile geschwommen. Die 1609 Meter hatte „Orca“ bei 4,1 Grad Celsius Wasser- und -2 Grad Celsius Lufttemperatur in rund 44 Minuten zurückgelegt. Im Sennesee ließ er sich ganz entspannt wie in einer Badewanne treiben. Nächstes Ziel des Extremsportlers, der sich auch schon bei 13 Grad Celsius Wassertemperatur an der Bodenseelängsdurchquerung versucht hat, ist es, den Eiskilometer zu absolvieren. Den hatte „Orca“ am Silvestertag eigentlich gleich noch an die Meile anschließen wollen. „Aber das war mir dann doch zu kalt“, sagte er lachend.

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