Nitratgehalt bereitet Kopfschmerzen
Bild: Sudbrock
Glasklarer Fall: Trinkwasser ist und bleibt das Lebenselixier und die Haupteinnahmequelle der in Rheda-Wiedenbrück ansässigen VGW, versichern der technische Geschäftsführer Bernd Hartung (l.) und Bernd Funke (kaufmännische Geschäftsführung).
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An einigen Brunnen im Bereich Rheda sei der zulässige Nitratgrenzwert von 50 Milligramm pro Liter Trinkwasser bereits überschritten worden, erläuterte Bernd Hartung am Mittwoch. Durch die Vermischung mit Wasser aus anderen Quellen könne die Stickstoffkonzentration aber wieder gesenkt werden, so dass kein akuter Handlungszwang bestehe. Trotzdem dürfe man das Thema aber nicht aus den Augen verlieren, denn: „Ein bezahlbares Verfahren, um Nitrat aus dem Trinkwasser herauszufiltern, gibt es derzeit nicht“, unterstrich der technische VGW-Geschäftsführer. Der regionale Wasserversorger werde deshalb in den kommenden Monaten das Gespräch mit den Landwirtschaftsverbänden und anderen zuständigen Stellen führen. Ziel sei es, das Problem im Schulterschluss in den Griff zu bekommen.

8,2 Millionen Kubikmeter Wasser verkauft

Während der Trinkwasserverkauf mit 8,2 Millionen Kubikmetern und der dadurch erzielte Umsatz von 11,6 Millionen Euro 2014 im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant geblieben sind, konnte die VGW mit ihrer Energiesparte ein deutliches Plus verzeichnen. 12,1 Millionen Kilowattstunden Gas (2013: 8,9) und sechs Millionen Kilowattstunden Strom (2013: 4,6) wurden an Privathaushalte und Firmenkunden im gesamten Geschäftsgebiet, zu dem außer Rheda-Wiedenbrück die Städte Rietberg, Verl und Geseke gehören, abgesetzt.

Hintergrund

Sechs Jahre lang ist der Wasserpreis im Geschäftsbereich der VGW stabil geblieben. Um die steigenden Personal- und Energiekosten aufzufangen, erfolgte zum 1. Juli eine Anhebung des Mengenpreises pro Kubikmeter Wasser auf 1,595 Euro. Auch der monatliche Grundpreis für Hauswasserzähler wurde um 0,41 Euro auf 11,34 Euro erhöht. Ziel sei es, in den kommenden fünf Jahren keine weiteren Preissteigerungen vornehmen zu müssen, erklärte VWG-Geschäftsführer Bernd Funke. 149.000 Kunden beliefere das Unternehmen mit Wasser, 338 Neuanschlüsse seien 2014 verlegt worden. Damit sei der Gesamtbestand an Anschlüssen im Geschäftsgebiet auf 25.527 geklettert.

Der Umsatz der Energiesparte kletterte um 400.000 Euro auf 2,8 Millionen Euro. Trotzdem sieht die VGW den Vertrieb von Gas und Strom nicht als ihre Kernkompetenz, wie der kaufmännische Geschäftsführer Bernd Funke betonte. Vielmehr sei die Strom- und Gasvermarktung als zusätzliches Angebot an die Wasserkunden zu verstehen. Einen ruinösen Wettbewerb mit bundesweit agierenden Energieriesen und regionalen Akteuren wie dem Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück könne und wolle man sich daher nicht liefern. Funke erklärte, dass man trotz der eher zurückhaltenden Preispolitik im vergangenen Jahr neue Strom- und Gaskunden hinzugewonnen habe. In Geseke hat die VGW bei der Neuvergabe der Konzession für das Strom- und Gasnetz den Zuschlag erhalten.

Lückenschluss in Rietberg

In den Ausbau und Erhalt ihres Rohrnetzes hat die Vereinigte Gas- und Wasserversorgung im zurückliegenden Jahr nach eigenen Angaben 1,3 Millionen Euro investiert. Das Leitungssystem wurde um 5,1 Kilometer erweitert. Ein Großteil dieser Maßnahmen betraf das Rietberger Stadtgebiet. Lückenschlüsse an drei Straßen führten zu einer Verlängerung der unterirdischen Rohre allein in der Giebelstadt um 2,2 Kilometer. Die Kosten für diese Maßnahmen bezifferte VWG-Geschäftsführer Bernd Hartung am Mittwoch bei der Vorstellung der Jahresbilanz für 2014 auf 270.000 Euro.

Im Geschäftsgebiet der VWG wird Trinkwasser aus dem Aabachtalsperrenverbund, aus dem Bereich der Wasserversorgung Beckum sowie aus den eigenen Werken in Rheda-Wiedenbrück und Mühlengrund (zwischen Verl und Schloß Holte-Stukenbrock gelegen) ins Netz eingespeist.

Eine Kooperation besteht nach wie vor mit der Gas- und Wasserversorgung Höxter (GWH) als Wiederverkaufspartner der VGW. Die VGW mit Sitz an der Ringstraße ist eine 100-prozentige Tochter der Gelsenwasser AG.

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