Notfallseelsorger sind sehr gefragt
An einer Fortbildung zum Thema Schulbearbeitung haben jetzt 21 Mitglieder der vor 15 Jahren gegründeten Notfallseelsorge für den Kreis Gütersloh teilgenommen.

Tanja Brinkmann ist promovierte Soziologin und arbeitet als Trauerberaterin in Bremen. Einer Mitteilung zufolge begegnen den Notfallseelsorgern bei ihren Einsätzen häufig Schuldzuweisungen. Ob nach Verkehrsunfällen mit Toten oder einem Suizid – die Angehörigen benötigen oft einen Schuldigen, um die Situation überhaupt ertragen und erklären zu können. Auch nach dem Absturz der German-Wings-Maschine im Frühjahr sei dies sehr deutlich geworden.

Angemessener Umgang mit Schuldzuweisungen

Aufgabe der Notfallseelsorger in den ersten Stunden ist es nach eigenen Angaben, diese Momente auszuhalten und Beistand zu gewähren. Außer den monatlichen Gruppentreffen und Fortbildungen bietet die Notfallseelsorge Gütersloh jedes Jahr eine mehrtägige Weiterbildung an, um die insgesamt 35 Mitglieder noch besser auf ihre Begleitungen vorzubereiten. Das Team gewährleistet an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr eine Bereitschaft, um bei einem Notfall so schnell wie möglich an Ort und Stelle psychosoziale Akuthilfe zu leisten. Die Arbeit geschieht ehrenamtlich und wird durch Spenden finanziert.

Vor 15 Jahren im Kreis gegründet

In diesen Tagen feiert die Notfallseelsorge im Kreis Gütersloh ihr 15-jähriges Bestehen. Im Sommer 2000 wurde sie als Kooperation des Kreises Gütersloh, der Evangelischen und Katholischen Kirche, des Malteser Hilfsdienstes und des Deutschen Roten Kreuzes gegründet. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Begleitungen durch die Notfallseelsorge stetig zugenommen. 2014 wurden die Mitglieder zu 85 Einsätzen gerufen. Es wurden Menschen betreut, die durch Unfälle, Suizide oder häusliche Todesfälle in seelische Not geraten sind. Ferner wurden Gespräche mit Einsatzkräften nach dramatischen Unfällen geführt.

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