Notzfallpraxis läuft „inzwischen rund“
Bild: Neitemeier
Der Verler Allgemeinmediziner Franz Josef Menze (63) ist ehrenamtlicher Notfalldienstbeauftragter der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe für die Notfallpraxis am Klinikum Gütersloh. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten läuft der Betrieb inzwischen rund. Die Praxis ist für viele Menschen mit akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Gesundheitsproblemen erste Anlaufstelle, wenn der Hausarzt Feierabend oder Wochenende hat.
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Wenn die Hausärzte Feierabend oder Wochenende haben, ist die Praxis die erste Anlaufstelle für Menschen mit akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Gesundheitsproblemen. Wie berichtet, wurde das Notdienstsystem der Hausärzte zum 1. Februar grundlegend umgestellt – von der Bereitschaft einzelner Hausärzte in den Kommunen hin zum zentralen Dienst in Notfallpraxen.

Im Kreis Gütersloh gibt es zwei solcher Anlaufstellen: eine in der Kreisstadt (mit einer „Filiale“ am Krankenhaus in Oelde) und eine am Krankenhaus in Halle. Sind die Erkrankten nicht mobil, sollten sie sich unter der Telefonnummer 0180/5044100 an die Anrufzentrale des Notdiensts für Hausbesuche wenden.

Patienten freuen sich über zentrale Anlaufstelle

Eine feste Adresse zu haben und nicht immer erst nach dem diensthabenden Hausarzt fragen und suchen zu müssen – diesen Vorteil der neuen Organisation wissen die Patienten nach Angaben von Franz Josef Menze sehr zu schätzen. „In dieser Form hatte ich das nicht erwartet“, räumt der 63-jährige Allgemeinmediziner aus Verl offen ein.

Die Computer- und Raumprobleme der Startphase sind behoben. Die in einem in den übrigen Zeiten für chirurgische Sprechstunden genutzten Containeranbau am Klinikum Gütersloh untergebrachte Praxis mit Anmelde-, Warte- und drei Behandlungszimmern funktioniert. Menze weiß, warum: „Das liegt am guten Willen aller Beteiligten.“ Andernorts klappe längst nicht alles reibungslos.

Im Schnitt 80 bis 100 Patienten suchen nach Angaben des Notdienstbeauftragten samstags und sonntags zwischen 9 und 22 Uhr die Notfallpraxis auf. Mittwochs und freitags zwischen 16 und 22 Uhr sind es bis zu 35 kranke Menschen, an den übrigen Wochentagen von 19 bis 22 Uhr entsprechend weniger. Ein Arzt und eine Helferin sind immer da, in Spitzenzeiten auch je zwei. Die insgesamt 25 Helferinnen arbeiten auf 400-Euro-Basis. Die Ärzte können die Notfälle außerhalb ihres Praxisbudgets abrechnen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 23. August.

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