OWL-Innovationspreis ehrt Tüftler
Bild: Oelgemöller
Über das Innovationspotenzial in Ostwestfalen-Lippe freuen sich (v. l.) Friedhelm Rieke (Geschäftsführer Stadtwerke Bielefeld), Herbert Weber (Geschäftsführer OWL GmbH), Thomas Niehoff (Hauptgeschäftsführer IHK Ostwestfalen), Wolfgang Marquardt (Prokurist OWL GmbH), und Michael Wippermann (Prokurist Westfalen Weser Energie).
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Von autonomen Transportfahrzeugen bis zu Konzepten für Ernährung reichten die Bewerbungen in diesem Jahr. „Dabei spielt die Digitalisierung oft eine ganz entscheidende Rolle“, erklärte Thomas Niehoff, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen und Jury-Vorsitzender, am Freitag bei der Vorstellung der Sieger in Bielefeld.

Bett misst und speichert Technik- und Patientendaten

Das zeigt auch der Gewinner in der Kategorie „Zukunft gestalten“: die Hermann Bock GmbH aus Verl mit einem intelligenten Pflegebett. Dreieinhalb Jahre seien bis zum fertigen Produkt vergangen, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Dr. Stefan Kettelhoit gegenüber der „Glocke“. „Zunächst wollten wir ein Pflegebett entwickeln, das über ein Tablet gesteuert wird und Einstellungen speichert“, erläuterte er. Doch dann habe das 15-köpfige Team die Idee vorangetrieben, sodass am Ende das System „Smart Care Control“ steht, für das es nun den Innovationspreis erhält.

Das Pflegebett misst und speichert Technik- und Patientendaten. Über einen Server werden sie dem Pflegepersonal zugänglich gemacht. Die Jury sieht in der Entwicklung eine Lösung für die Gesundheitsversorgung der Zukunft, bilanzierte Niehoff. Dem Personal bleibe so mehr Zeit für die Menschen selbst.

Akustik-Kamera macht störende Geräusche sichtbar

In der Kategorie „Industrie und Handwerk“ hat CAE Software und Systems mit der Akustik-Kamera Bionic XS-56 überzeugt. Zentimetergenau lasse sich mit der Handkamera feststellen, wo störende Geräusche entstehen. Und das bei Motoren, Elektrogeräten und an Außenfassaden, erklärte Vertriebsleiter Tim Dannat im „Glocke“-Gespräch. „Wir können frequenzabhängig messen, sodass nur das Geräusch dargestellt wird, das stört, und nicht automatisch das lauteste.“ Auf einem Bildschirm wird das entsprechende Geräusch sichtbar, vergleichbar ist die Darstellung mit der einer Wärmebildkamera.

Für die Jury überzeugt die Kamera, weil sie ohne große Vorkenntnisse bedient werden kann und sich selbst für kleine Betriebe eine Anschaffung lohnt. „Es ist eine komplexe Technologie für vielfältige Einsatzgebiete verfügbar gemacht worden“, lobte Jurymitglied Friedhelm Rieke, Geschäftsführer der Stadtwerke Bielefeld.

Hausanschlüsse werden mit der App vermessen

Der Innovationspreis in der Kategorie „Start Up“, der nach 2015 zum zweiten Mal vergeben worden und mit einem Preisgeld von 5000 Euro dotiert ist, erhält der Softwareentwickler Syqlo aus Paderborn. Das Unternehmen hat eine App entwickelt, die die Vermessung von Hausanschlüssen vereinfacht. Anstatt manuell zu dokumentieren, wo die Leitungen für Strom, Gas, Wasser und Breitband verlaufen, hilft die App. „Ein 2D-Bild und Sensoren ermöglichen dem Monteur die Erstellung einer lagegenauen elektronischen Skizze“, erklärte Michael Wippermann, Prokurist der Westfalen Weser Energie.

Außerdem wird in diesem Jahr ein Sonderpreis vergeben. Dieser geht an das Bielefelder Familienunternehmen Böllhoff für das Produkt „Parryplug“, einen effizienten Schutz für Schrauben, der vor Verletzungen schützt und die Möglichkeit zur Manipulation mindert. Das Element zum Versiegeln von Schrauben wird in den Kopf derselben eingesetzt.

99 Einsendungen von 92 Unternehmen

Für den Innovationspreis „Marktvisionen“, den die OstWestfalenLippe Gmbh zum zwölften Mal ausgeschrieben hat, haben sich in diesem Jahr 92 Unternehmen mit 99 Einsendungen beworben. Die Preisverleihung findet am Donnerstag, 14. Dezember, in der Stadthalle Gütersloh statt.

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