Ökostrom-Anteil soll ansteigen
Die Stadt will mehr Strom aus erneuerbaren Energien wie der Windkraft beziehen. Auch kleinere Anbieter sollen eine Chance erhalten.

Das gibt neue Spielräume. Mit einer anteiligen und mittelfristig ausbaubaren Nutzung von Ökostrom betritt die Stadt neues Terrain.

Es gibt Unterstützung: So wird beim Landkreis Gütersloh bereits eine neue kreisweite Ausschreibung für die Lieferjahre 2012 bis 14 vorbereitet. Die Stadt wird sich daran wieder beteiligen.

Jede Kommune im Kreis Gütersloh klärt in eigener Regie, wie hoch der Anteil ihres Strombezugs aus erneuerbarer Energie ab 2012 sein soll. Laut Empfehlung der Verwaltung macht es sich gut, wenn mindestens 30 Prozent des Gesamtbedarfs der kommunalen Liegenschaften mit Ökoelektrizität gedeckt werden.

Der Ausschuss für Energie und Umwelt traf jetzt bereits einige Festlegungen. 70 Prozent des Ökostroms dürfen ohne Neuanlagenquote sein. Das bedeutet, dass dieser Anteil auch aus älteren Werken, etwa Wasserkraftwerken, kommen kann.

Für 30 Prozent des Ökostroms gelten jedoch andere Bedingungen. Da möchte die Stadt eine Ausschreibung mit Neuanlagenquote. Das wiederum bedeutet, dass dieser Ökostromanteil zu 33 Prozent aus Neuanlagen stammen muss, die im Bezugsjahr nicht älter als sechs Jahre sind.

Ein weiteres Drittel kann dann aus bestehenden Anlagen stammen, die nicht älter als zwölf Jahre sind. Eine Regelung, mit der die Stadt auch kleinen Anbietern gute Chance bei der Ausschreibung einräumen möchte. Jedenfalls werde transparent und nachvollziehbar sein, woher der Ökostrom komme, sagte Bürgermeister Hubert Erichlandwehr (CDU).

Der Fachausschuss war von der neuen strategischen Ausrichtung und den Spielräumen ab 2012 nahezu begeistert. Die Grünen hätten bei der inneren Gewichtung des Ökostroms gern ein Verhältnis von 50 zu 50 gehabt. Was bedeutet hätte, dass mehr Energie aus Neuanlagen bezogen werden müsste.

Den anderen Fraktionen reichte jedoch die 70-zu-30-Gewichtung für den Start aus. Ulla Lehmann (FDP) freute sich bereits auf den Ökostrom: „Nur so können wir von den Atomkraftwerken wegkommen.“ Eine Perspektive, die auch Stefan Burkhardt (CDU) begrüßte.

Der Einkauf von Ökostrom wird Mehrkosten mit sich bringen. In welcher Höhe, das ist noch spekulativ, zumal noch nicht feststeht, wie hoch der Ökostromanteil in Schloß Holte-Stukenbrock wirklich sein wird.

Der gesamte Stromverbrauch der Stadt beträgt jährlich rund 2,2 Millionen Kilowattstunden. Davon entfallen auf die kommunalen Liegenschaften rund 1,6 Millionen und der Rest auf die Straßenbeleuchtung.

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