Optimale Lösung für alle gibt es nicht
Bild: Neitemeier
Neue Mindestgrößen und das vom Land forcierte gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung bringen einige Förderschulen im Kreis in die Bredouille. Kreisweit soll ein gemeinsames Konzept entwickelt werden. Unterdessen will die Verwaltung der Stadt Rheda-Wiedenbrück die Auflösung ihrer Heidbrinkschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen beantragen.
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Das Konzept wird den Schulausschuss noch lange beschäftigen. Davon ist die Vorsitzende Elke Hardieck (CDU) überzeugt. Als ersten Meilenstein wertet die Abteilungsleiterin Schule im Kreishaus, Gudrun Mackensen, den Terminplan mit der Bildung von Arbeitsgruppen. Zu den internen kommt eine Begleitgruppe von außen mit Vertretern von Schulleitung, Eltern, Schulaufsicht und kommunalen Verwaltungen.

Förderschul-Konzept ist auf dem Weg

Eine Bestandsaufnahme –abgeglichen mit allen Daten und Fakten, die dem Kreis vorliegen –will die Abteilungsleiterin bis zur Sommerpause präsentieren. Zwei weitere Arbeitsphasen sollen folgen. Gudrun Mackensen hofft auf ein möglichst gutes Ergebnis. Sie ist sich im Klaren darüber: „Ein Optimum für jede Schule und jede Gemeinde wird es nicht geben.“

Arnold Weßling (CDU) betrachtet den Vorgang „mit aufmerksamer Sorge“. Liane Fülling (SPD) stellt grundsätzlich fest: „Wenn genug Anmeldungen vorliegen, wird eine Schule nicht geschlossen.“ Elke Hardieck fürchtet um die Wahlmöglichkeit der Eltern, „wenn es weniger Förderschulen gibt und die Wege dorthin entsprechend weiter werden“. Mackensen: „De facto laufen Schulen auf die Auflösung hinaus, wenn keine Kinder nachkommen.“Und was ist mit dem Bestandsschutz für die verbleibenden Jungen und Mädchen? Die Abteilungsleiterin: „Die letzten fünf Schüler werden sicher nicht im letzten Jahr allein sein.“

Gemeinsames Lernen gewinnt an Bedeutung

Die Landtagsabgeordnete Ursula Doppmeier (CDU) sagte zur Gesetzgebung im Land: „Wenn eine Schule 144 Schüler nicht erreicht, gilt sie als auslaufend.“ „Wenn ich sage, die Schule läuft aus, brauche ich keine Entwicklungsplanung mehr“, warf Renate Bölling (SPD) in die Debatte.

Hintergrund für den Aderlass der Förderschulen: Die Schulen gemeinsamen Lernens von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung (Inklusion) sind von den Vereinten Nationen in der Behindertenrechtskonvention gefordert. Im Kreis Gütersloh gibt es von ihnen bereits 28 für die Primarstufe (Klassen 1 bis 4) sowie 15 in der Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 10). Die Gesamtschulen Verl und Rietberg sowie die CJD-Sekundarschule des Christlichen Jugenddorfs Versmold kommen am 1. August dazu. Henrika Küppers (CDU) nennt ein Beispiel: Die Heidbrinkschule in Wiedenbrück mit dem Förderschwerpunkt Lernen will ihre Sekundarschüler abgeben an Schulen des gemeinsamen Lernens.

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