“Pädagogik geht weiter vor Technik“
Archivbild: Neitemeier
Auch am Reinhard-Mohn-Berufskolleg in Gütersloh, wo angehende Kaufleute im Unterricht Laptops der Schule nutzen, will der Kreis die medientechnische Ausstattung verbessern.
Archivbild: Neitemeier

2,9 Millionen Euro aus Stiftungsgeldern stehen dafür bereit. Für das noch in der Vorbereitung befindliche Projekt ist eine gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung ins Leben gerufen worden. Als deren Geschäftsführer wurde Christian Ebel von der Bertelsmann-Stiftung freigestellt, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Der Kreis Gütersloh als Kooperationspartner gewährleistet, dass auch Vertreter der Städte und Gemeinden Sitz und Stimme haben.

Projekt Schule und digitale Bildung gestartet

In der jüngsten Sitzung des Schulausschusses machte Christian Ebel grundsätzlich deutlich, man könne Digitalisierung gestalten, aber nicht wegdenken. „Man kann auch guten Unterricht machen ohne digitale Medien. Und: Schlechter Unterricht wird nicht besser durch digitale Medien“, so der Experte. Das angestoßene und Ende September der Öffentlichkeit vorgestellte Projekt solle Hilfestellung geben, Lernen im Klassenraum und zu Hause zu ermöglichen, erläuterte Ebel. Es sei wichtig, Medienkompetenz zu erwerben. Deshalb werde es für Lehrkräfte und Schulleitungen Fortbildungsangebote geben. Ebel: „Wir haben auch die Schulträger im Blick.“

Unterschiedliche Ausstattung

Renate Bölling (SPD) kam in diesem Zusammenhang auf die unterschiedliche technische Ausstattung der Schulen im Kreis zum Beispiel mit i-Pads zu sprechen. Gudrun Mackensen als Abteilungsleiterin Bildung im Kreishaus antwortete: „Die Pädagogik geht weiterhin vor der Technik.“ Auf dieser Basis erfolge die technische Ausstattung. Erst seien die Konzepte der Schulen zu entwickeln. Arnold Weßling (CDU) schlug sinngemäß in dieselbe Kerbe. „Was nutzt das schnellste Internet, wenn die Pädagogik nicht mithält?“, fragte er in den Raum. Die Persönlichkeitsbildung dürfe unter Digitalisierung nicht leiden.

Zusammenarbeit mit Stadt Gütersloh

Bei der Umsetzung seines Medienentwicklungsplans unterstützt der Kreis Überlegungen der Stadt Gütersloh, unter Federführung des Software-Entwicklers Regio IT (Gütersloh) in Zusammenarbeit mit dem Telekommunikationsanbieter Bitel (Stadtwerke Bielefeld) ein glasfaserbasiertes Schulnetz im Stadtgebiet aufzubauen. Das von dem Unternehmen angeforderte Angebot liegt allerdings noch nicht vor. Bei der Planung sollen die Schulen des Kreises, die in Gütersloh angesiedelt sind, berücksichtigt werden. Im Schulausschuss hieß es aber auch: „Das Netz kann auch auf Schulen außerhalb der Stadt erweitert werden.“

Vorbereitungen für W-Lan-Netze

Die Umsetzung des im März fortgeschriebenen Medienentwicklungsplans für die Schulen des Kreises kommt ins Rollen. Das geht aus einem Bericht hervor, der jetzt im Schulausschuss vorgelegen hat. Ein Ingenieurbüro trägt derzeit in den Schulen Daten zusammen, um handwerkliche Arbeiten und Anschaffungen ausschreiben zu können, die für eine bessere IT-Ausstattung und den Aufbau von W-Lan-Netzen notwendig sind.

Aufrüstung der Förderschulen

Der Vorlage zufolge sind einige Dinge schon umgesetzt, beispielsweise an den Förderschulen, die der Kreis vor einiger Zeit von verschiedenen Kommunen übernommen hat. So wurde an beiden Standorten der Mosaikschule in Gütersloh und Halle die Computertechnik bereits umfassend erneuert – einschließlich der nötigen Programme. Als nächste ist die Martinschule in Rietberg an der Reihe, danach folgt die Hundertwasserschule in Gütersloh. Während die Arbeiten an der Hundertwasserschule bis Jahresende abgeschlossen sein sollen, werden sie sich an der Martinschule bis 2018 hinziehen.

Anschluss ans Glasfasernetz als Ziel

Ein großes Thema ist die Ausstattung der Schulen mit schnellem Internet. Derzeit ist keine der Kreiseinrichtungen an Glasfaser angebunden. Verbesserungen konnten allerdings schon – zum Teil kostenpflichtig – realisiert werden. Mehrere Schulen nutzen zudem Kabelanschlüsse über Koaxialkabel, die in der Regel leistungsfähiger sind als die herkömmlichen Kupferdrähte. Ziel ist und bleibt, die möglichst schnelle Anbindung aller Kreisschulen ans Glasfasernetz

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