Pflegefachkraft sollen zu Hause beraten
Damit mehr Pflegebedürftige zu Hause versorgt werden können und der Kreis zugleich Kosten für stationäre Betreuung sparen kann, wird eine spezielle Fachkraft eingestellt.

Der Kreisausschuss hat daher am Montag einmütig ein entsprechendes, auf drei Jahre angelegtes Projekt auf den Weg gebracht hat. „Weiterentwicklung zugehende Beratung zur Umsetzung des Vorrangs ambulant vor stationär“ ist das Vorhaben recht kompliziert überschrieben.

Dreijähriges Projekt startet im Sommer

Im Klartext geht es darum, vornehmlich bei Menschen, die in die Pflegestufen null oder eins eingestuft worden sind, zu schauen, ob sie bei entsprechender Unterstützung nicht weiter zu Hause bleiben können anstatt in einer stationären Pflegeeinrichtung versorgt zu werden. Dafür sollen an Ort und Stelle die persönlichen und sozialen Umstände sowie die Wohnsituation durch Experten geprüft werden. Sofern gewünscht, will der Kreis auch bei der Umsetzung der notwendigen Maßnahmen behilflich sein.

Eine ganze Stelle richtet der Kreis ab dem 1. Juli für dieses Projekt ein, zunächst befristet auf drei Jahre. Eine Pflegefach- und eine Verwaltungskraft sollen die Stelle je zur Hälfte ausfüllen. Der Kreis ist einer Vorlage zufolge überzeugt, die zusätzlichen Personalkosten bei den Ausgaben für stationäre Pflege wieder einsparen zu können. Unterm Strich soll sich die geplante enge Begleitung von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen durch die neue Fachkraft sogar auszahlen.

Ambulant vor stationär

Der Kreis beruft sich bei seinem Projekt auf das im Oktober 2014 vom Düsseldorfer Landtag verabschiedete Alten- und Pflegegesetz, das noch stärker als zuvor den Grundsatz „ambulant vor stationär“ verfolgt. Insbesondere sollen so die häusliche Pflege sowie die Pflegebereitschaft der Angehörigen und Nachbarn unterstützt werden. Das entspreche auch dem Wunsch der meisten Betroffenen.

Der finanzielle Aspekt spielt bei diesem Projekt angesichts gestiegener stationärer Fallzahlen und höherer Durchschnittskosten eine nicht unwesentliche Rolle. Der Kreis spricht von „dringendem Handlungsbedarf“. Kam er 2010 noch für die Pflege von 526 Menschen in Heimen ganz oder zumindest teilweise auf, so waren es 2014 bereits 596, ein Plus von 13,3 Prozent. Auch die Durchschnittskosten je Fall sind im selben Zeitraum deutlich gestiegen: von 9451 auf 10 541 Euro. Dazu kommt vielfach noch das Pflegewohngeld, was im vorigen Jahr je Fall rund 6140 Euro ausmachte.

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