Pflegeheime rücken in den Blickpunkt
Eine Telefonkette für Senioren organisieren Awo und Caritas. Gedacht ist sie als Maßnahme gegen eine Vereinsamung.

Immer mehr rücken Einrichtungen der Altenpflege in den Fokus, Würzburg und Wolfsburg, wo zahlreiche Senioren starben, seien eine Mahnung, so Judith Schmitz, Leiterin der Abteilung Soziales beim Kreis Gütersloh. Sie stellte klar: „Wir müssen in diesem Bereich eine zusätzliche Infrastruktur schaffen.“ So sind unter anderem zusätzliche Kurzzeit-Pflegeplätze notwendig, um die Versorgung sicher stellen zu können. Judith Schmitz nannte Beispiele: Der Pflegedienst kommt nicht mehr. Es liege eine leichte Erkrankung vor, die häusliche Versorgung durch Angehörige sei nicht mehr möglich. Weiteres Beispiel: Es werden Senioren aus dem Krankenhaus entlassen, aber eine häusliche Unterbringung oder die Unterbringung in regulären Senioreneinrichtungen sei nicht möglich. „Wir brauchen Personal, die Räumlichkeiten und eine Refinanzierung“, erklärte Schmitz. Zweite große Baustelle: „Wir wollen verhindern, dass die ambulante Pflege nicht mehr sicher gestellt ist.“

Die Großen hätten sich bereits zusammen getan in einem Netzwerk. Das Prinzip: Sie tauschen Kunden, nicht Mitarbeiter, um die Versorgung sicher zu stellen. Auch die privaten Anbieter seien angesprochen worden, sich dem Netzwerk anzuschließen, schreibt der Kreis in einer Mitteilung.

Telefonkette geplant

Hinzu kommt – gerade bei älteren Menschen – die Isolation. „Die Kommunikation mit älteren Menschen ist gerade schwierig. Wir möchten helfen, indem wir eine Telefonkette für Menschen organisieren, die durch Corona noch weniger oder eventuell gar keine sozialen Kontakte haben.“, schreiben Mechtild Reker und Doris Weißer, Projektkoordinatorinnen der Initiative „Zeitwerk- für das Leben im Alter“.

Eine Telefonkette soll aus fünf bis sechs Personen bestehen, die jeden Tag zu einer bestimmten Zeit und in einer festgelegten Reihenfolge für fünf bis zehn Minuten miteinander telefonieren. So hat jeder pro Tag zwei regelmäßige Gespräche. Das Zeitwerk bahnt die Kontakte an und koordiniert die Teilnehmergruppe.

Die Weitergabe von Telefonnummern läuft über die Initiative. „Auch nach der Corona-Krise können die Telefonketten weiterlaufen und eine Bereicherung im Tagesablauf der älteren Menschen sein“, heißt es in einer Mitteilung. Interessenten sollten sich an Mechtild Reker, 05241/988315, E-Mail reker@caritas-guetersloh.de, oder Doris Weißer, 05241/903516, E-Mail d.weisser@awo-guetersloh.de, wenden.

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