Pilotregion: Schüler individuell fördern 
Stellten die Weiterbildung in Sachen individueller Förderung etwa 90 Vertretern der weiterführenden Schulen im Kreishaus Gütersloh vor: (v. l.) Ulrich Kober, Angela Müncher, Christel Dahlhoff-Hilbert, Tamara Sturm-Schubert, Michael Uhlich, Kreisdirektor Christian Jung und Gudrun Mackensen.

Am Donnerstag informierten sich etwa 90 Vertreter der weiterführenden Schulen im Kreishaus Gütersloh über das Projekt des Schulministeriums und der Bertelsmann Stiftung. „Wir freuen uns, als Kreis Gütersloh dabei zu sein. Die Schulen wünschen sich in diesem Veränderungsprozess gute Unterstützung“, erklärte Gudrun Mackensen, Leiterin der Abteilung Schule, Bildungsberatung und Sport beim Kreis Gütersloh.

In der ersten Phase dürfen sich einer Mitteilung des Kreises zufolge 8 bis 10 der 35 weiterführenden Schulen im Kreis an dem Projekt beteiligen – je nachdem, wie groß sie sind. Nach der Vorstellung am Donnerstag haben die Schulen 14 Tage Zeit, sich anzumelden. Sollte es zu viele Bewerbungen geben, muss ausgewählt werden.

Schulkollegien sind gefragt

„Schulklassen von heute sind viel heterogener als früher. Es gibt gerade im Sekundarbereich I viele Veränderungen“, zeigte Schulamtsdirektorin Christel Dahlhoff-Hilbert die Notwendigkeit des Projekts auf. Man nehme 6 Kinder mit Migrationshintergrund, 2 Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, 2 Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche und dazu noch 15 Kinder, die zwar keine besonders ausgewiesenen Merkmale hätten, von ihren Kompetenzen, Fertigkeiten und Fähigkeiten her aber zufällig so unterschiedlich seien wie ein Dutzend Fingerabdrücke – und fertig sei eine reale Klasse, wie man sie kenne.

„Wir müssen die Lehrkräfte stärken, mit dieser Vielfalt und mit den Problemen, die damit einhergehen, umzugehen“, betonte Ulrich Kober, Leiter des Kompetenzzentrums für Demokratie und Integration der Bertelsmann Stiftung. Sechs engagierte Moderatoren – Lehrkräfte, die mit der Hälfte ihrer Arbeitszeit für das Projekt freigestellt sind – befinden sich bereits in der Ausbildung. Sie stellten sich den Vertretern der Schulen vor.

Besserer Umgang mit heterogenen Klassen

Wissenschaftler der Universität Münster haben die Fortbildung von Lehrern in individueller Förderung konzipiert und werden sie  intensiv begleiten. Ziel ist es, die Schulen fit zu machen für einen besseren Umgang mit immer heterogeneren Klassen. Erheblich höhere Anmeldezahlen an Gymnasien haben dazu ebenso beigetragen wie steigende Zahlen von Schülern mit Migrationshintergrund. Die Herausforderung an Lehrkräfte, allen Schülern in einer Klasse gerecht zu werden, wird nochmals größer, je mehr Schulen sich künftig dem gemeinsamen Unterricht für behinderte und nicht behinderte Kinder öffnen.

Das Angebot richtet sich nicht an einzelne Lehrkräfte, sondern nur an Kollegien, die als Team ein gemeinsames Konzept individueller Förderung im Unterricht für ihre Schule erarbeiten möchten. Ab dem Schuljahr 2012/13 gibt es die Fortbildungen in den Pilotregionen Bonn, Borken, Düsseldorf, Gütersloh und Hamm.

Auskünfte zu dem Projekt erteilt das Bildungsbüro des Kreises Gütersloh unter Telefon05241/851507.

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