Pläne für Schnellbus-Linien im Kreis
Bild: Werneke
Gleich zwei Verbindungen soll es von Rheda-Wiedenbrück – das Bild zeigt die Bushaltestelle vor dem Bahnhof in Rheda – aus geben. Eine Linie könnte schon dieses Jahr realisiert werden.
Bild: Werneke

Bereits 2016 hatte es eine Änderung des Gesetzes über den öffentlichen Personennahverkehr gegeben. Demnach wurde es Auftraggebern für den Schienenpersonennahverkehr ermöglicht, auch Schnellbus-Linien in schienenfreien Räumen zu finanzieren. Diese Möglichkeit nutzte der Kreis Gütersloh und skizzierte in seinem vierten Nahverkehrsplan drei mögliche Strecken.

Förderrichtlinien für Schnellbusse verabschiedet

Außer der von Rheda-Wiedenbrück nach Paderborn wurden auch eine Verbindung von Bielefeld nach Verl und eine von Rheda-Wiedenbrück über Langenberg nach Lippstadt aufgelistet.

Der Verkehrsverbund OWL (VVOWL), der für die Linienbündel des Kreises Gütersloh zuständig ist, hatte dieser Thematik ebenfalls angenommen. Dabei wurden insgesamt fünf Verbindungen verbundweit festgelegt, die vorrangig bearbeitet werden sollen. Zwei davon betreffen auch den Kreis Gütersloh, nämlich Bielefeld – Verl und Rheda-Wiedenbrück – Paderborn.

Bei seiner Versammlung Anfang Dezember hatte der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), zu dem der VVOWL gehört, ebenfalls das Thema aufgegriffen und eine Förderrichtlinie für Schnellbusse verabschiedet. Diese gibt Takt- und Betriebszeiten, Fahrzeugausstattung und -qualität sowie Fahrgastzählsysteme vor. Die Gelder zur Förderung von Schnellbuslinien werden zunächst an den NWL gehen. Der gibt die Mittel wiederum weiter an die Zweckverbände, in diesem Fall an denn VVOWL, der anschließend eigene Richtlinien zur Weiterleitung der Gelder erarbeitet. Diese sollen Ende März beschlossen werden.

Linien kosten zwischen 85.000 und 450.000 Euro jährlich

Der Kreis Gütersloh hat für die Sitzung des Straßen- und Verkehrsausschusses am Dienstag, 18. Januar, 15 Uhr, Kreishaus Gütersloh, bereits erste Kostenschätzungen vorbereitet. Demnach würde sich der Anteil des Kreises für die Linie von Rheda-Wiedenbrück nach Paderborn auf etwa 440.000 Euro pro Jahr belaufen – unter Einhaltung der Mindestforderungen des NWL an Schnellbusse.

Bei der Verbindung von Bielefeld nach Verl wären es 85.000 Euro jährlich. Der Anteil ist deshalb relativ gering, weil die Strecke größtenteils über das Gebiet der Großstadt verläuft. Die Linie von Rheda-Wiedenbrück nach Lippstadt soll etwa 450.000 Euro jährlich kosten. Dem stehen Fördermittel in Höhe von etwa 160.000 Euro zur Verfügung für alle drei Linien.

Da für die Einrichtung der Schnellbus-Linien das Einverständnis der anderen beteiligten Kommunen außerhalb des Kreises Gütersloh notwendig ist, könnte sich die Realisierung noch etwas hinziehen. Zwar erklärt die Kreisverwaltung in der Mitteilungsvorlage für den Ausschuss, dass man die Strecken zu den bestehenden Linienbündeln hinzubuchen könnte.

Fahrzeuge dürfen maximal sechs Monate alt sein

Allerdings müssten dafür extra neue Fahrzeuge angeschafft werden, da für Schnellbusse andere Vorgaben gelten. Die eingesetzten Busse dürfen zum Beispiel maximal nur sechs Monate alt sein. Die Fahrzeugbeschaffung sei derzeit die größte Schwierigkeit. Bei Dieselbussen könne die Lieferzeit bei rund zwölf Monaten liegen.

Dennoch sieht die Verwaltung die Möglichkeit, zeitnah zumindest die Verbindung zwischen Rheda-Wiedenbrück und Paderborn realisieren zu können. Denn der Nahverkehrsverbund Paderborn/Höxter will zum August dieses Jahres eine Schnellbus-Linie zwischen Paderborn und Delbrück einrichten. Der Kreis Gütersloh könnte mit in den Vertrag einsteigen. Dazu müsste eine Vereinbarung mit dem Nahverkehrsverbund Paderborn/Höxter getroffen werden. Und dann wäre da noch die Frage, ob überhaupt die passenden Busse zur Verfügung stünden.

Sollte die Linie aber dennoch zum 1. August eingeführt werden, würden sich die Kosten für den Kreis in diesem Jahr anteilig auf 210 000 Euro belaufen, wobei 160 000 Euro durch die genannten Fördermittel finanziert werden könnten. 50 000 Euro wären also noch ungedeckt und sollen durch Mehreinnahmen aus der ÖPNV-Pauschale gedeckt werden. Sollten auch die anderen beiden Linien verwirklicht werden, würden weitere Kosten in Höhe von rund 535 000 Euro auf den Kreis zukommen.

SOCIAL BOOKMARKS