Pläne für Wertstofftonne in der Kritik
Kommen private Unternehmen bei der Wertstofftonne zum Zuge, befürchten komunale Entsorger negative Auswirkungen für ihre Abfallbehandlungsanlagen.

„Der Kabinettsentwurf ist einseitig und bevorzugt massiv private Entsorger“, sagt Grundmann steigende Abfallgebühren voraus, sollte das Bundes-Papier unter der Überschrift „Privat vor Staat“ unverändert in die Tat umgesetzt werden.

Die Wertstofftonne soll hierzulande und letztlich bundesweit einheitlich den gelben Sack ablösen. Außer den damit bisher eingesammelten Leichtverpackungen sollen auch Wertstoffe wie Metalle oder Kunststoffe über diesen zusätzlichen Behälter der Wiederverwertung zugeführt werden. Vielfach landen diese Materialien derzeit im Restmüll.

Was laut Grundmann aber nicht bedeutet, dass sie automatisch auch auf einer Deponie enden. „Wir holen jeden Kronkorken und jedes Stück Draht aus dem Restmüll und machen aus den Kunststoffen Ersatzbrennstoffe für Kraft- und Zementwerke“, verweist der Geschäftsführer auf eine ausgefeilte Sortiertechnik. Im Entsorgungszentrum in Ennigerloh wurden in den vergangenen Jahren 40 Millionen Euro in die mechanisch-biologische Müllbehandlung investiert.

Verschwinden Metalle oder Kunststoffe künftig in den Wertstofftonnen der privaten Entsorger, reißen sie laut Grundmann in den Bilanzen der kommunalen Abfallgesellschaften gleich an zwei Stellen Löcher: bei den Entgelten für die Abfallannahme und bei den Erlösen aus der Vermarktung der Wertstoffe. Der Geschäftsführer schätzt, dass allein die im Hausmüll fehlenden Metalle in beiden Kreisen jährlich einen Verlust von 1,7 Millionen Euro und nicht mehr ausgelastete Anlagen bedeuten würden.

„Das kann und darf nicht sein“, wettert der Fachmann. Schließlich habe man vor Jahren im Vertrauen auf verlässliche Rahmenbedingungen Millionen Euro in die Hand genommen. Private Entsorger dürften jetzt nicht die gut zu vermarktenden Wertstoffe abfischen, während die öffentliche Hand auf dem teuren Rest sitzen bleibe.

Was Grundmann und seine Kollegen machen und was sie als Alternative vorschlagen, lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ am 7. April.

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