Polizei kontrolliert beim Saisonstart
Bild: Eickhoff
Nutzten das gute Wetter: Am Mittwoch waren hunderte Motorradfahrer zur Brocker Mühle in Herzebrock-Clarholz gedüst. Auch die Polizei, die Verkehrswacht sowie Rettungssanitäter waren vor Ort, um die Fahrer über Gefahren aufzuklären.
Bild: Eickhoff

Auch die Polizisten des Kreises Gütersloh, die eigentlich über die Gefahren zum Anfang der Zweiradsaison hinweisen wollen, werden aufmerksam. Sie geben über Funk ihren Kollegen wenige hundert Meter weiter an der Straße Udenbrink Bescheid. Dort kann der junge Mann angehalten und seine Personalien für eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige festgehalten werden.

Bei Kontrollen im Kreisgebiet sind am Mittwoch 35 Kradfahrer zu schnell. 22 von ihnen müssen ein Verwarnungsgeld zahlen. Gegen 13 Verkehrsteilnehmer wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Einer ist ohne Führerschein unterwegs.

Dabei sind die jungen Fahrer nicht die großen Sorgenkinder: Männer mittleren Alters, die sich – oft nach langer Pause – wieder auf ein Motorrad setzen, spielen oftmals leichtsinnig mit ihrem Leben, wie die Beamten erklären.

So wie im vergangenen Jahr, am 10. Mai auf der Münsterlandstraße in Niehorst: Ein 50 Jahre alter Motorradfahrer aus Rheda-Wiedenbrück überholte in einer leichten Linkskurve in Höhe der Pivitsheide eine Gruppe Motorradfahrer. Beim Wiedereinscheren verlor der Fahrer einer Suzuki die Gewalt über die Maschine. Er geriet rechts von der Straße und fuhr in eine Böschung, ehe das Motorrad vor einen Baum prallte.

Der Fahrer starb noch an der Unfallstelle, die Tachonadel blieb bei etwa 210 Stundenkilometern stehen. Mehrere Motorradfahrer waren nach dem Unfall derart geschockt, dass sie sich von der Unfallstelle abholen ließen und ihr Motorrad auf einen Anhänger stellten. Sie fühlten sich nicht mehr in der Lage, ihre Fahrt fortzusetzen.

Diese Erfahrung möchten Polizei und Verkehrswacht Kreis Gütersloh anderen ersparen. Sie bieten unter anderem Sicherheitstrainings mit Motorrädern an. Die werden zum Teil von Polizeihauptkommissar Ulrich Lipperheide moderiert, der hauptberuflich die Unfälle nach Ursache, Ort und ähnlichen Auffälligkeiten auswertet. Er vergleicht: Ein Motorrad mit 200 Kilogramm Gewicht hat schnell eine Leistung von 100 Pferdestärken. Setzt man das ins Verhältnis zu einem Auto, hätte der Wagen dann 750 PS.

„In diesem Jahr war es für die Motorradfahrer eine besonders lange Durststrecke“, sagt der Leiter des Verkehrsdiensts, Polizeihauptkommissar Markus Althoff. Und er ergänzt: Auch die Autofahrer müssen sich erst wieder daran gewöhnen, dass die Motorräder unterwegs sind. Im vergangenen Jahr wurden vier Motorradfahrer bei Unfällen getötet, insgesamt gab es 60 Unfälle unter Beteiligung von Motorrädern, bei denen mindestens eine Person verletzt wurde.

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