Polizeichef will bürgernahe Dienste stärken
Bild: Walkusch
Seit dieser Woche ist Christoph Ingenohl der Polizeichef im Kreis Gütersloh. In den nächsten 3,5 Jahren will der 58-Jährige an vielen kleinen Stellschrauben drehen.
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Dass die Wahl auf ihn als Nachfolger von Karsten Fehring gefallen sei, liege einerseits am Mangel an Bewerbern, sagt er beim Pressegespräch am Freitag mit einem Schmunzeln. Aber er bringe auch reichlich Erfahrung mit. Zuletzt leitete er die Polizeibehörde des Kreises Warendorf. Aber mehr Personal und eine höhere Besoldung reizten ihn, seine letzte berufliche Station im Nachbarkreis zu verbringen. Seine Probezeit umfasst übrigens zwei Jahre.

Eine Marschrichtung hat Ingenohl jetzt schon festgelegt: Die bürgernahen Dienste sollen personell gestärkt werden. Also der Wachdienst und die Leitstelle, bei der die Notrufe eingehen. Allerdings – so kennt es der 58-Jährige schon aus anderen Polizeibehörden – gibt es auch in Gütersloh ein massives Besetzungsproblem. Deswegen sollen Mitarbeiter aus den Bereichen Verkehr und Kriminalität abgezogen werden. „Wir haben dort dann nicht mehr so viele Sachbearbeiter“, kündigt Ingenohl an.

Und wie schätzt der neue Polizeichef die Sicherheitslage im Kreis Gütersloh ein? „Im Prinzip ist sie die gleiche wie auch in den anderen Kreisen in Westfalen“, sagt er. Die Anzahl der angezeigten Straftaten und der Wohnungseinbrüche gehe zurück. Dafür steige die Aufklärungsquote. Mehr sorge ihn da die Anzahl der Unfalltoten. „Das Risiko eines schweren Unfalls wird so hingenommen“, sagt er. Und der islamistische Terrorismus sei ein Bereich, den man im Auge behalten müsse. Gefährder gebe es nämlich auch im Kreis Gütersloh. Wie viele, will er allerdings nicht mitteilen. Zudem ist für diesen Bereich in erster Linie der Staatsschutz in Bielefeld zuständig.

In den nächsten 3,5 Jahren will der 58-Jährige vor allem die „gute Arbeit fortsetzen“, sagt er. Größere Projekte seien nicht in Planung. Aber er will vor allem den Eigenschutz seiner Mitarbeiter in den Fokus rücken. Übergriffe auf Polizisten und andere Rettungskräfte dürfe es nicht geben. Wie er das erreichen will? Die Ordnungshüter im Umgang mit Einsatz-Mehrzweckstock, Reizstoffspray und Pistole fitmachen. Noch lieber sei ihm allerdings, wenn die Bevölkerung mehr Respekt den Einsatzkräften gegenüber zeige. Momentan sei die Grundstimmung – wegen politischer Debatten – dem Staat und der Polizei gegenüber feindlich. „Der Ton hat sich verändert“, sagt Ingenohl.

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