Praktika als Chance für Asylbewerber
Bild: Neitemeier
Der Unternehmerverband im Kreis Gütersloh hat am Montag über seine Initiative für Praktika und andere Qualifizierungsmöglichkeiten zur beruflichen Integration von Flüchtlingen informiert. Am Tisch saßen: (v. l.) Thomas Richter (Leiter der Agentur für Arbeit in Bielefeld), Verbandsgeschäftsführer Burkhard Marcinkowski, Dr. Ernst Wolf (stellvertretender Verbandsvorsitzender) sowie Fred Kupczyk und Rolf Erdsiek vom Jobcenter des Kreises.
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Dr. Ernst Wolf, der stellvertretende Vorsitzende des Verbands und Vorsitzende der Fachgruppe Metall- und Elektroindustrie, hat sich an die Spitze der Initiative gesetzt. Er lässt gerade eine Werkswohnung für sechs Flüchtlinge umbauen, wie er am Montag in einem Pressegespräch erklärte. Ab Mitte Oktober sollen die Asylbewerber dort umsonst wohnen und erst einmal sprachlich fit gemacht werden. Vier von ihnen sollen danach mehrmonatige Praktika in dem Gütersloher Unternehmen absolvieren, zwei am Standort Nebra in Sachsen-Anhalt eine Ausbildung machen.

Gütersloher Unternehmer ergreift Initiative

„Ich brauche hier momentan keine Leute, aber ich nehme sie trotzdem“, sagt der Geschäftsführer der Seil- und Drahtwerke Gustav Wolf, der sich auf Flüchtlinge aus Syrien festgelegt hat, „weil die schnell anerkannt werden“. Über Bedarf habe man auch schon in der Vergangenheit ausgebildet und im Rahmen der normalen Fluktuation eröffneten sich immer wieder Möglichkeiten. Wolf hat dabei auch angelernte Tätigkeiten im Visier.

„Arbeit ist der beste Weg zur Integration“, sagt der stellvertretende Verbandsvorsitzende. Wohl wissend, dass an erster Stelle ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache nötig sind. Wolf verspricht sich von seinem Vorstoß auch positive Auswirkungen auf seine Mitarbeiter, die so direkt mit Flüchtlingen in Kontakt kämen. Daher appelliert er an seine Unternehmerkollegen, „in diese Richtung zu denken und etwas in Gang zu setzen“. Immerhin sei etwa die Hälfte der Flüchtlinge zwischen 18 und 34 Jahre alt – „junge Leute, die etwas bewegen wollen“.

Instrumente zur beruflichen Integration nutzen

Mitte Oktober sollen die Instrumente zur beruflichen Integration von Flüchtlingen, die dem Verband zufolge neuerdings möglich sind, den Mitgliedsbetrieben im Detail vorgestellt werden. Das kündigte Geschäftsführer Burkhard Marcinkowski am Montag an. „Wir wollen Überzeugungsarbeit leisten.“

Mehr zu diesem Thema lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 15. September.

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