Realitätsnahe Berufsvorbereitung
Bild: Bitter
Beim Unternehmensplanspiel Topsim am Wirtschaftsgymnasium des Reinhard-Mohn-Berufskollegs Gütersloh: (v. l.) Ines Fritzler, Majlinda Cakaj, Oberstudienrätin Kerstin Jürgens, Ozgur Akyuz, Andreas Jäsche (Fachhochschule der Wirtschaft, Bielefeld), Lea Graul, Studiendirektor Michael Schaper und Maurice Kinner.
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„Das Wirtschaftsgymnasium ist durch seinen Bezug zur Beruflichkeit gekennzeichnet. Die Schüler erlangen vertiefte Kenntnisse in unternehmerische Abläufe, die bei einem ökonomisch orientierten Studium oder einer kaufmännischen Ausbildung hilfreich sind.“ Das Reinhard-Mohn-Berufskolleg des Kreises Gütersloh hält das Wirtschaftsgymnasium mit 50 bis 60 Schülern pro Jahrgang stabil zweizügig. Sie kommen vor allem von den Realschulen, verstärkt jedoch in den vergangenen Jahren auch von Gymnasien.

In einem Gespräch mit der „Glocke“ bezeichnete Schaper den starken Aufbau der Gesamtschulen als problematisch. Mit ihm würden möglicherweise zahlreiche Schüler in den eigenen Oberstufen gehalten. Für den Studiendirektor wird dadurch eine Vielfalt der Bildungslandschaft im Kreis verhindert. Da mehr als zwei Drittel der erwerbstätigen Bevölkerung mehr oder weniger mit der Wirtschaft verknüpft seien, sollte seiner Meinung nach das Angebot der Wirtschaftsgymnasien viel intensiver genutzt werden. Schaper: „Nirgends ist die Vorbereitung auf die Zeit nach der Schule so realitätsnah wie hier.“

Das Wirtschaftsgymnasium in Gütersloh bietet das Unternehmensplanspiel Topsin mit seinen Management-Simulationen. Es wird betreut von Andreas Jäsche, Dozent an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bielefeld. In einem zweiwöchigen Praktikum leitete Topsin kürzlich 44 Schüler direkt in die berufliche Praxis. Kerstin Jürgens, Oberstudienrätin für Wirtschaft und Organisationslehre, schaute ihnen dabei über die Schulter.

 Vier Teams simulierten Unternehmen, die unterschiedliche Wettbewerbsstrategien entwickeln und Kostenstrukturen herausarbeiten, um den Markt in ihrem Sinne zu beeinflussen. Das führt am Ende der Auswertungsphasen zu Gewinnen oder Verlusten. Dabei wird erlebbar, wie sich unternehmerische Entscheidungen auf das Gesamtgebilde Unternehmen auswirken und welche Verantwortung ein Firmeninhaber trägt. Gewonnen hat die Gruppe mit der stärksten Unabhängigkeit von Banken bei gleichzeitigem Aufbau von möglichst viel Eigenkapital.

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