Robert Sterl, der vergessene Impressionist
Bild: Poetter
„Gesehen, erschaut und erlebt“ ist die neue Ausstellung im Museum Peter August Böckstigel über den Dresdener Impressionisten Robert Sterl betitelt. Kuratiert hat sie David Riedel.
Bild: Poetter

 „Wenn Sie impressionistische Kunst lieben, werden Sie auch Robert Sterl lieben“, verspricht David Riedel, künstlerischer Leiter des Hauses zur Eröffnung der Ausstellung, die an diesem Sonntag, 3. Februar, 11 Uhr im Museum Böckstiegel an der Schloßstraße 111 in Werther erfolgt. Und er verrät auch, wie sich die Verbindung von Sterl zum Namensgeber des Museums ergeben hat.

Vernissage: Die vom NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft geförderte Ausstellung wird Sonntag, 3. Februar, um 11 Uhr eröffnet.

Ausstellung: Ziel der 75 Exponate umfassenden Werkschau ist es, Robert Sterl als Künstler wiederzuentdecken. Das Werkverzeichnis listet 1163 Gemälde, tausende von Zeichnungen sowie 100 Lithografien auf. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog (24,90 Euro)

Öffnungszeiten: Die Schau ist bis 20. April mittwochs bis sonntags von 12 bis 18 Uhr zu sehen.

 1913 sind sich der damalige Student Böckstiegel und der arrivierte Maler Sterl erstmals begegnet. Es war keine Freundschaft, in der der Ältere den Jüngeren inspirierte, sondern eine Verbindung, die erst nach dem Tod Sterls eine besondere Bedeutung bekam: Nach 1945 vermittelte Böckstiegel rund 120 Gemälde und 1000 Zeichnungen seines Dresdner Künstlerkollegen an befreundete Sammler in seiner westfälischen Heimat. „Weil er Geld verdienen musste, aber auch, weil er von Sterls Arbeiten begeistert war“, sagt Riedel.

Die große Zahl erreichbarer Leihgaben sei einer der Gründe, warum sich das Museum dazu entschlossen habe, Arbeiten aus dem Werk Robert Sterls unter dem Titel „Gesehen, erschaut und erlebt“ in einer nach Schaffensperioden gehängten Einzelausstellung zu zeigen. Außer Werken aus Böckstiegels Kunstsammlung – heute im Besitz des P.A.B-Freundeskreise, – werden Leihgaben aus westfäischem Privatbesitz, aus Sammlungen der Dresdner Museen und des Robert-Sterl-Hauses in Naundorf bei Dresden präsentiert.

Von bestechender Qualität

Gemälde, Zeichnungen und Lithografien: Die Arbeiten bestechen durch ihre Qualität. Hatte Robert Sterl während seines Studiums zunächst konservativ und realistisch gemalt, so ist in den Bildern ab 1880 seine Begeisterung für den Impressionismus zu spüren. Davon zeugen so ausdrucksstarke Porträts wie der 1903 in Szene gesetzte Bauer („Der alte Neumann“) und der Bauernjunge mit selbstbewusstem Blick.

Bei einem Aufenthalt in Paris bewegt sich der Dresdner auf den Spuren seiner französischen Vorbilder.  Davon zeugt unter anderem die  „Französische Näherin“. Beeindruckende Werke in Originalrahmen. 

Außer den Porträts werden auch Landschaftsbilder aus den 1880/90er- Jahren gezeigt. In einer weiteren Phase hat sich Sterl mit arbeitenden Menschen beschäftigt. Zu den Hauptwerken gehören hier die Steinbrecher, Männer, die ihre schwere Arbeit im Team bewältigen. Es gibt aber auch sozialkritische Bilder und Zeichnungen sowie Musiker- und Dirigentenporträts. Ein weiteres großes Thema sind russische Reiseeindrücke („Kalmückenboote“). Robert Sterls in der Ausstellung gezeigtes, expressives Selbstporträt entstand 1927. Zu diesem Zeitpunkt war er schon sehr krank. 1927, da habe er auch seine erste retrospektivische Einzelausstellung gehabt, sagt Riedel – und hatte nur noch fünf Jahre zu leben.

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