„Rote Ritter“ belohnen Engagement
Bild: Neitemeier
Das vielschichtige Verkehrssicherheitskonzept der Grundschule Pavenstädt in Gütersloh wird an diesem Freitag in Hamburg als vorbildliches Beispiel mit dem „Roten Ritter“ des Vereins „Aktion Kinder-Unfallhilfe“ ausgezeichnet. Das Bild zeigt vorn die beiden jüngsten „Helmsieger der Woche“, Julian Frick (9) und Laetitia Matulewicz (10), mit Schulleiterin Ingrid Pergande (links) und Ellen Haase, die sich dienstlich als Verkehrssicherheitsberaterin der Polizei wie auch privat stark für das Helmtragen beim Fahrradfahren engagiert.
Bild: Neitemeier

Die engagierte Verkehrssicherheitsberaterin der Polizei ist wieder mit dabei  - mit der Grundschule Pavenstädt (Gütersloh) und den Soroptimistinnen aus dem Kreis.  je 1000 Euro werden drei Fahrradhelm-Projekte ausgezeichnet, für die sich Ellen Haase dienstlich wie privat stark engagiert oder mit denen sie eng verbunden ist. Insgesamt überreicht Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer 16 000 Euro für vier Verkehrssicherheitsprojekte und 5000 Euro als Gemeinschaftspreis für fünf Helm-Aktionen.

Auszeichnung für Verkehrssicherheitskonzept

Grundschule Pavenstädt: 1000 Euro ist der „Rote Ritter“ wert, den Ingrid Pergande als Leiterin der Grundschule Pavenstädt bekommt. Der Preis würdigt das vielschichtige Verkehrssicherheitskonzept der Schule mit dem besonderen Baustein „Helmsieger der Woche“.

Nicht zuletzt der seit 2007 wöchentlich vergebenen Auszeichnung ist es zu verdanken, dass nahezu alle der 100 Jungen und Mädchen, die mit dem Rad zur Schule kommen, täglich den Helm aufsetzen. Vorher kam die Hälfte „oben ohne“. Ellen Haase war vor Jahren in Österreich auf das Projekt gestoßen. Ihre Werbung im Kreis traf in Pavenstädt auf offene Ohren. Ingrid Pergande erklärt das System: „In einer Lostrommel sind Zettel mit den Namen der fahrradfahrenden Schüler, die sich für den Wettbewerb angemeldet haben. Einmal in der Woche losen wir ein Mädchen oder einen Jungen aus. Ist das Kind mit Helm und verkehrssicherem Fahrrad da, bekommt es fünf Euro.“ Das System funktioniert prima. Die jährlich benötigten 200 Euro kommen vom Förderverein oder von Sponsoren.

Außer der Polizei sind auch die Eltern an vielen Stellen eingebunden. Sie helfen bei Kontrollen und der Aufklärungsarbeit. Der mit dem benachbarten Hedwig-Kindergarten veranstaltete Fahrradmarkt im Frühjahr ist dank vielfältiger Angebote vom Helmverkauf bis zum Putzeinsatz ein Renner. 

Einfache Unterziehmützen wirken Wunder

Soroptimisten Gütersloh: Den „Roten Ritter“ erhält der Club Gütersloh von Soroptimist International, weil Ellen Haase als Mitglied dieser weltweit größten Serviceorganisation berufstätiger Frauen beim Weihnachtsmarkt 2011 an der Apostelkirche in Gütersloh mehr als 100 selbstgenähte einfache Fahrradhelm-Unterziehmützen verkauft hat. Ohne Krempelrand, eng am Ohr anliegend, dünn und kürzer als die meisten Modelle im Handel sollen sie dafür sorgen, dass Radfahrer auch bei kühlen Temperaturen warme Ohren haben und auf den Helm nicht verzichten müssen. Haase: „Kinder und Senioren nehmen die Mützen gern.“

Das Schnittmuster hat die Polizeihauptkommissarin bereits vor Jahren entworfen und immer wieder verfeinert. Große Mengen ausrangierter T-Shirts und Pullis hat sie verarbeitet. In einem Recyclingwettbewerb der Gebrauchtbörse Herford vor drei Jahren haben es ihre Modelle gar bis ins Museum Marta geschafft.

2010 boten die Soroptimistinnen Gütersloh erstmals Unterziehmützen beim Weihnachtsmarkt an. Ein Jahr später wurde das Projekt erneut aufgelegt. Mit doppeltem Erfolg: Die Mützen sorgen für mehr Sicherheit auf den Straßen, und ihr Verkauf bringt Geld für die Sozialprojekte des Clubs. 

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der „Glocke“ von Freitag auf der Kreisseite Gütersloh.

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