Rustige kehrt zur Lebenshilfe zurück
Karl Rustige ist ab dem 1. Juni wieder Geschäftsführer der Lebenshilfe im Kreis Gütersloh. Der Diplom-Pädagoge hat diese Aufgabe bereits von 2002 bis 2012 ausgeübt und war zwischenzeitlich ein Jahr beim Kinderschutzbund in Mainz.

Und er freue sich auf die Kreisvereinigung der Lebenshilfe, „die sich in den vergangenen Monaten positiv weiterentwickelt hat“, sagte Rustige am Dienstag der „Glocke“. Im vorigen Jahr war er als Geschäftsführer zum Kinderschutzbund nach Mainz gewechselt. Die Liebe hatte ihn an den Rhein gezogen, denn seine Partnerin arbeitete dort seit 2011 als Geschäftsführerin der Gesellschaft für psychosoziale Einrichtungen. Zuvor war sie in Bethel tätig gewesen.

“Unterschiedliche Auffassungen“ über Arbeit in Mainz

„Unterschiedliche Auffassungen über die Ausrichtung des Vereins zwischen dem Vorstand und mir“ haben Rustige zum Rückzieher in Mainz veranlasst. Und weil er wusste, dass sich die Lebenshilfe in Gütersloh Ende Januar von seinem Nachfolger Stefan Sudeck-Wehr getrennt hatte und einen Geschäftsführer suchte („Die Glocke“ berichtete), bewarb er sich – und wurde genommen. Jetzt ist es seine Frau Claudia, die ihm zurück nach Ostwestfalen-Lippe folgen wird.

„Der Kinderschutzbund macht eine tolle Arbeit. Vor allem setzen sich auch viele Menschen ehrenamtlich ein“, lobt Rustige die Organisation. Er habe aber an einigen Stellen andere Vorstellungen von Zusammenarbeit gehabt. Vertane Zeit ist dieser Abstecher an den Rhein für Rustige keinesfalls. Im Gegenteil: „Ich bringe Erfahrungen aus der hier praktizierten engen Verzahnung von Jugendhilfe und Arbeit in Schulen mit“, sagt der frühere und künftige Lebenshilfe-Geschäftsführer.

Aufgabenerweiterung wird begrüßt

Nützliches Wissen, denn mit dem Einstieg von Stephan Sudeck-Wehr – Rustige hatte ihn selbst als seinen Nachfolger ins Gespräch gebracht – hat die Gütersloher Lebenshilfe den Fachbereich Familie, Jugend und Schule eingerichtet. Verbunden damit war die Übernahme der offenen Ganztagsarbeit an zwei Schulen in Gütersloh. Diese Aufgabenerweiterung begrüßt Rustige ausdrücklich.

„Die Lebenshilfe stellt sich breiter auf und beschränkt sich nicht nur auf Menschen mit geistiger Behinderung. Wir müssen uns insgesamt stärker in Schule und Gesellschaft einbringen“, sagt der 54-Jährige. An seiner alten Wirkungsstätte erwartet Rustige jetzt ein Team von rund 120 hauptamtlichen Mitarbeitern, rund 20 mehr als vor einem Jahr. Bei seinem ersten Amtsantritt 2002 hatte die Kreisvereinigung noch rund 60 feste Kräfte. Ein Schwerpunkt der ersten Geschäftsführerzeit von Rustige war die Etablierung von Angeboten zur interdisziplinären Frühförderung. Aber auch stationäres und ambulant unterstütztes Wohnen sowie der Bereich Freizeit, Sport und Reisen wurden ausgebaut.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 10. April.

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