Santiano entert die Herzen von 6800 Fans
Bild: Darhoven
Volle Kraft voraus: Erstmals enterte  die Band „Santiano“ das Haller Gerry-Weber-Stadion und begeisterte mit einer Supershow 6800 Fans.
Bild: Darhoven

Zu erleben waren exzellente Seemannslieder, berstend vor Lebenslust, Meeresrauschen und melancholische Seefahrer-Romantik. Zwischen den riesigen Drachenbooten als Bühnendekoration gab es jede Menge Pyrotechnik, Filmeinspielungen und Schnee aus zwei Konfettikanonen. Gemeinsam mit 6800 Fans feierten Björn Both (Gesang, Gitarre, Bass), Pete Sage (Geige, Mandoline, Gesang, Akkordeon, Bouzouka, Percussion, Tin Whistle), Timsen Hinrichsen (Gesang, Gitarre, Bass, Drums), Axel Stosberg (Gesang, Mundharmonika, Percussion) und Andreas Fahnert (Gesang, Gitarre) eine ungeheure Show.

Klare Botschaft: Santiano-Sänger Björn Both schlug auch nachdenkliche Töne an und mahnte zur Wahrung von Freiheit, Demokratie und Frieden.  Genau diese Werte ließe man sich nicht von „islamistischen Vollpfosten wegbomben“ oder von gewissen Gesinnungen im Land zerstören. „Rechtstaat braucht alles nur keinen Rechtsdruck“, rief Both und:  „Heimat ist wichtig, denn jeder Mensch muss wissen wo er hingehört. Heimat und Zuhause ist das Land mit all seinen Liedern, Sprachen und Geschichten. Wir sind total von der Idee Europa überzeugt. Wir alle sind Bewohner auf einem kleinen geliehen, zerbrechlichen Planeten und haben uns dementsprechend zu benehmen - und zwar in allen Belangen.“
Die 2011 aus einer Laune heraus gegründete Truppe stellte schwerpunktmäßig Songs ihres dritten Studio-Albums „Von Liebe, Tod und Freiheit“ vor. Dabei wurde deutlich, warum die kernigen Kerle so erfolgreich sind. Unter dem Motto „Vergesst Eure Sorgen“ nahmen sie die Besucher mit auf große Reise. Am Ende gingen durchweg begeisterte Landratten von Bord. Allerdings nicht, ohne vorher noch selbst bei der vierten Zugabe „Hoch im Norden weht ein rauer Wind“ aus vollem Herzen mitzusingen.

„Ich bin immer ganz wie ausgewechselt, wenn ich Santiano höre“, gestand Simone Rüters während ihre Freundin Tanja Stein aus voller Kehle jubelte. Auf dem Weg von Wuppertal zum Konzert nach Halle hatten sie sich mit Santiano-Hits eingestimmt.

 Ob die gecoverten „Lieder der Freiheit“, ob die mit Violine und E-Gitarre vorgestellte Rockversion von Mike-Oldfield-Ballade „To France“, ob Knut Kiesewetters „Fresenhof“ oder die deutsche Version von Simon & Garfunkels „Scarborough Fair“: Santiano wusste zu überzeugen.

Megabeifall gab es auch für die eigenen Hits, eine gekonnte Mischung von internationalen Volksliedern, angesagter Popmusik, etwas Rock ’n’ Roll und Irish Folk. Und die Band-Hymne „Bis ans Ende der Welt“ wurde von wilden Geigen-, Gitarren- und Akkordeonklängen begleitet. Das Stadion tobte. Und diese Begeisterung setzte sich auch nach dem treibenden „Rolling The Woodpile“ und dem rocklastigen „Johnny Boy“ fort.

Ein eher ernstes Lied war „Die letzte Fahrt“, bei dem das Sterben und der Tod auf hoher See thematisiert wurden. Der guten Laune tat das keinen Abbruch: Halle feierte Santiano, Seefahrer und Meeresdämonen, Liebe, Hoffnung und Sehnsucht ausgelassen und frenetisch.

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