Schau mit Weihnachtsmotiven auf Tüten
Weihnachten auf Tüten: Zur Ausstellung in die Versöhnungskirche laden (v. l.) Pfarrer Dr. Carsten Glatt, Sammler Dieter Luchs und Küster Arno Loock ein.

Von Freitag, 30. November, an bis Mittwoch, 19. Dezember, wird in der Versöhnungskirche am Gluckweg eine Auswahl von 45 ungewöhnlichen Exponaten gezeigt. Nicht nur christliche Motive, sondern vielfältige Bilder und Legenden aus vier Jahrzehnten der Religions- und Kulturgeschichte werden auf den Plastiktüten wiedergegeben.

Sie stammen aus allen Teilen des Landes, Europa und Russland. Auf den Tüten wird den Kunden ein „Frohes Fest“, „Frohe Weihnachten“ und manchmal auch ein „Gutes Neues Jahr“ oder ein „Guter Rutsch“ gewünscht. Auf manchen sind die Wünsche in Englisch, Französisch, Spanisch und anderen europäischen Sprachen zu lesen.

„Wir sind sehr dankbar, dass wir die weihnachtliche Ausstellung erstmals in der Versöhnungskirche zeigen dürfen“, sagt Pfarrer Dr. Carsten Glatt. „Weihnachten ist ein wichtiges Fest der Christen“, erläutert Dieter Luchs. Gleichzeitig ist es auch die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Viele Händler packen die verkauften Waren in Plastiktüten mit Weihnachtsmotiven. Sie sind Teil der Weihnachtsstimmung.

Dieter Luchs (72) sammelt seit mehr als 35 Jahren Plastiktüten in allen Variationen. Mittlerweile umfasst sein Bestand mehr als 20.000. Das älteste Motiv seiner weihnachtlichen Sammlung ist etwa 40 Jahr alt. Die Werbeträger sind in der Kirche in neun Bereiche gegliedert zu sehen.

Dieter Luchs hat sich eingehend mit dem geschichtlichen Hintergrund der Motive beschäftigt. Er freut sich auf zahlreiche Besucher, denn er hat viel Interessantes über die farbenfrohen Beutel zu erzählen. Eines seiner persönlichen Lieblingsmotive zeigt den Weihnachtsmann, wie er Kindern Geschenke überreicht. Im Hintergrund ist Knecht Ruprecht mit gelber Mütze zu sehen.

„In der Gegenreformation wird dem Heiligen Nikolaus der Knecht Ruprecht zur Seite gestellt, der das Böse symbolisiert“, berichtet Dieter Luchs. Daneben zeigt ein Bild, wie viele Weihnachtsmänner gemeinsam ein Festmahl genießen. „Das Motiv erinnert an das letzte Abendmahl“, scherzt der ehemalige Kaufmann.

„Die Banalität der Plastiktüte als Werbeträger im Gegensatz zu der Symbolik, wie sich der Künstler mit der Kulturgeschichte auseinandersetzt, das hat mich beim Sammeln am meisten fasziniert.“ Die Motive geben eindrucksvoll den Wandel von katholischen und protestantischen Symbolen wie dem Tannenbaum, der Krippe und dem Christkind, dem Nikolaus beziehungsweise dem Weihnachtsmann wieder.

Die Ausstellung kann bis auf montags täglich von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. Am 2. und am 16. Dezember bietet Dieter Luchs ab 11.30 Uhr Führungen an. Anmeldungen für Gruppen sind unter Telefon 05207/1741 möglich.

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