Schnelle Hilfe unter 112 in 27 Ländern
Bild: Neitemeier
Heute ist der Europäische Tag des Notrufs 112: Die oft lebensrettende und für den Rettungsdienst sowie die Feuerwehr stehende Telefonnummer gilt nicht in allen EU-Staaten.
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Dass schnelle Hilfe nicht nur in Deutschland, sondern europaweit unter dieser Rufnummer angefordert werden kann, wissen allerdings nur rund 21 Prozent aller Bundesbürger. EU-weit ist die Quote einer Umfrage zufolge mit rund 26 Prozent besser, aber immer noch erschreckend niedrig.

Europäischer Tag des Notrufs

Deshalb hat das Europäische Parlament im Jahr 2009 den 11. Februar zum „Europäischen Tag des Notrufs“ erklärt, um die für den Rettungsdienst und die Feuerwehr geltende 112 überall besser bekannt zu machen. Das tut auch Not, wie die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe (Gütersloh) anlässlich des Aktionstags mitgeteilt hat. Wie beim Herzinfarkt zähle gerade bei einem Schlaganfall jede Minute, um Leben zu retten oder bleibende Behinderungen zu vermeiden. Im zusammenwachsenden Europa sei es deshalb wichtig, „dass die Menschen die europaweite Notrufnummer 112 auch kennen“, erklärt Stiftungspräsidentin Liz Mohn.

Aktue Gefahr für Leben und Gesundheit

Aber nicht nur bei Schlaganfall-Symptomen wie Seh- und Sprachstörungen, Schwindel, Lähmungen oder sehr starken Kopfschmerzen sollten Retter per Notruf alarmiert werden, sagt Bernd Strickmann, der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes im Kreis. Seine Faustregel lautet: „Immer wenn akute Gefahr für die Gesundheit oder das Leben vermutet wird, sollte die 112 gewählt werden.“ Beispielsweise bei plötzlicher Luftnot, starken Brustschmerzen, bei Bewusstlosigkeit, Herzinfarkt-Symptomen sowie bei schweren Verletzungen durch Unfälle oder andere Unglücke, erklärt der Mediziner.

Numemr wird immer bekannter

Drei von vier Deutschen wählen einer Untersuchung zufolge inzwischen im Notfall die 112. Das schlägt sich in der steigenden Zahl der Anrufe und Einsätze nieder. Eindeutige Erklärungen für jährliche Zuwächse in einer Höhe von rund fünf Prozent haben Strickmann und seine Kollegen nicht. Gründe könnten sein, dass die Menschen älter und anfälliger werden, dass es viele Verlegungen in Spezialkliniken gibt und Krankenhausaufenthalte kürzer werden. Und, so Strickmann: „Die 112 wird immer bekannter, was auch gut so ist.“

Genau darum geht es beim Aktionstag. Aufmerksam zu machen, dass die 112 in allen 27 EU-Staaten schnelle Hilfe durch Rettungsdienst und Feuerwehr garantiert. Grundsätzlich gilt laut Strickmann: „Im Zweifelsfall den Notruf lieber einmal öfter als einmal zu wenig wählen.“

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