Schulfilmfest mit viel Tiefgang
Bild: Steinecke
Zufriedene Gesichter machten die Vertreter der drei erstplatzierten Filmgruppen beim dritten Gütersloher Schulfilmfest: (v. l.) Greta Zumbansen vom Evangelisch-Stiftischen Gymnasium, Roni Ahmad von der Grundschule Blankenhagen und Alexander Schnellbach von der Martinschule Verl-Rietberg.
Bild: Steinecke

 Und er meinte damit nicht nur den „Ehrenmord“, Gewinner in der Kategorie Realfilm von der Martinschule Rietberg-Verl. Insgesamt wurden 22 Filme eingereicht. Eine bunte, überaus sehenswerte Mischung, betonte Husemann, der mit der Veranstaltung dafür sorgt, dass die engagierten und ideenreichen Schülerarbeiten ein öffentliches Forum erhalten, statt einfach nur in irgendeiner Schublade zu landen.

Die sechsköpfige Jury setzte sich aus Mitgliedern des Netzwerks Filmbildung, die zum Teil Lehrer an den teilnehmenden Schulen sind, zusammen. Gewertet wurde in zwei Altersgruppen sowie in den Kategorien Real- und Trickfilm. Die drei

Ergebnisse: Die jeweils ersten drei platzierten Gruppen in den unterschiedlichen Altersklassen: Bis Klasse 6: 1. „Urmel aus dem Eis“ (Trickfilm), Grundschule Blankenhagen; 2.: „Der Pausenbrotdieb“, Ratsgymnasium Rheda-Wiedenbrück; 3.: „Stadtführung durch Gütersloh“, Michaelisschule Gütersloh. Ab Klasse 7/Trickfilm: 1. „Du hast es in der Hand“, Evangelisch Stiftisches Gymnasium Gütersloh (ESG), 2. „Stopmotion“, Kolping Berufskolleg Gütersloh, 3. „Einmal Mittelalter für 6,80 Euro“, Geschwister-Scholl-Realschule. Ab Klasse 7/Realfilm: 1. „Ehrenmord“, Martinschule Rietberg-Verl, 2. „The Difference“, ESG Gütersloh, 3. „Dauerwerbesendung“, Janusz-Korczak-Gesamtschule Gütersloh.

besten Realfilme werden am 3. Juni zusammen mit Schülerbeiträgen aus Warendorf, Soest und Münster beim ersten überregionalen Schulfilmfest NRW in Hamm gezeigt. Die Teilnehmer für das Trickfilmfestival am 3. Juli im Movie-Park Bottrop werden in der kommenden Woche ermittelt.

Zurück zum „Ehrenmord“: Anders als es der Titel andeutet, geht es nicht um eine plakative Abrechnung mit dem schwierigen Thema, sondern um Assoziationen dazu. Der Schauspieler Alexander Schnellbach, der die Theater-AG an der Martinschule leitet, hat die Geschichte eines türkischen Mädchens, das einen deutschen Freund hat, mit den Schülern erarbeitet. Auf die vorprogrammierten Konflikte mit dem traditionell eingestellten Bruder des Mädchens wurde differenziert eingegangen. Grenzgänger der Kulturen passen nicht in jedes Weltbild. Dass der Film in Schwarz-Weiß gedreht wurde, hat einen ganz probaten Hintergrund. „Ein Mädchen hatte bei jedem Dreh immer ein andersfarbiges Kopftuch auf. Wir haben das gemacht, damit das nicht so auffiel“, sagte Schnellbach.

Die zweitplatzierte Filmcrew vom ESG gibt sich in „The Difference“ ebenfalls tiefgründig: Ein schwules Pärchen beweist Mut und bekennt sich öffentlich zu seiner Liebe. Die bis dato so „toleranten“ Klassenkameraden reagieren engstirnig. Der dramatisch zugespitzte Konflikt entlarvt Denkweisen und Gesellschaftsstrukturen. In der Altersgruppe bis Klasse sechs gewannen die Grundschüler aus Blankenhagen mit ihrer liebenswerten Trickfilmversion von „Urmel aus dem Eis“. Beim Trickfilm ab Klasse sieben siegte das ESG mit „Du hast es in der Hand“.

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