Schulministerin besucht Gedenkstätte
Bild: Scheffler
Sylvia Löhrmann wurde von 30 Schülern, Verantwortlichen und dem souveränen Moderator Jonas Sykosch (vorn rechts) begrüßt.
Bild: Scheffler

Sie entstanden in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte und der Bildungseinrichtung Haus Neuland. Die 14- bis 18-jährigen Gymnasiasten zeigten sich bestens vorbereitet. „Das haben wir nämlich beim Besuch des Bundespräsidenten auch schon gemacht“, informierte kurz vor der Ankunft der Ministerin Sebastian Lüke (14) vom Gymnasium Schloß Holte. Joachim Gauck hatte das ehemalige Kriegsgefangenenlager im Mai 2015 besucht. Ihm folgte drei Monate später Landtagspräsidentin Carina Gödecke (SPD). Zum aktuellen Besuch der Schulministerin sagte Friedhelm Schäffer aus dem Vorstand des Fördervereins: „Das ist gut für unsere Reputation und die Steigerung unseres Bekanntheitsgrads.“

„Schön, dass wir diese Begegnung miteinander haben“, sagte Sylvia Löhrmann bei der Begrüßung. „An diesem Ort wird deutlich, welche Verantwortung wir haben – mit Blick auf die geschichtliche Vergangenheit und auf die Verbrechen, die unsere Vorfahren begangen haben.“

300 000 Kriegsgefangene waren in dem Lager von 1941 bis 1945 untergebracht. 65 000 kamen zu Tode und sind auf dem Ehrenfriedhof in Stukenbrock-Senne begraben. „Bis jetzt konnten 15 000 von ihnen identifiziert werden“, sagte Marco Göbel vom Gymnasium Schloß Neuhaus bei seiner Einführung in die Thematik. Seine Mitschüler stellten dem prominenten Gast eine vom Projekt-Kursus entwickelte App vor. Es handelt sich um einen geschichtlichen Parcours mit historischen Filmausschnitten und Quizfragen. „So eine Art Schnitzeljagd.“

Im Anschluss stellten Maxim Slusar und Sebastian Lüke für das Gymnasium Schloß Holte-Stukenbrock einen Zusammenschnitt von drei selbst produzierten Filmen vor. Ein Einzelschicksal, die Ernährung im Lager und der Transport von Kriegsgefangenen waren die Themen. „Wir haben uns gefragt, wie wir anderen Jugendliche das Thema näher bringen könnten“, sagten die Gymnasiasten.

Sylvia Löhrmann zeigte sich beeindruckt. Vor der abschließenden Diskussionsrunde resümierte sie: „Bei diesen Projekten sieht man, dass man etwas tun kann, anstatt nur aus Geschichtsbüchern zu lernen.“

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