Schwarzwild trotz Schonzeit bejagen
Die Kreisverwaltung hat zur Wildschweinjagd aufgerufen. Dadurch soll einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vorgebeugt werden.

„Die Afrikanische Schweinepest ist aus Osteuropa auf dem Vormarsch. Erst waren nur Fälle in Russland bekannt, jetzt wurden in Polen bereits zwei Wildschweine mit der Tierseuche aufgefunden“, erläutert Dr. Wolfgang Schwentker, der Leiter der Unteren Jagdbehörde. Gegen die Tierseuche gibt es derzeit keinen Impfstoff. Für den Menschen ist ASP nach Angaben des Kreises nicht gefährlich, kann aber durch ihn übertragen werden.

Ausbruch hätte weitreichende Folgen

 Bei einem Ausbruch der Tierseuche in einer Region wie dem Kreis Gütersloh wären Schweinezuchtbetriebe und auch die gesamte Fleischverarbeitung inklusive Zuliefererkette existenziell betroffen. Daher sei es umso wichtiger, frühzeitig vorzubeugen und die Schwarzwildbestände zu reduzieren, damit eine Ansteckung untereinander weniger wahrscheinlich wäre, erklärt Dr. Bernhard Beneke, der Leiter der Abteilung Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung des Kreises Gütersloh. Dr. Schwentker ergänzt: „Durch den milden Winter sind die Schwarzwildbestände auf einem zahlenmäßig hohen Niveau.“ Auch die körperliche Entwicklung der im Dezember gesetzten Frischlinge sei so weit fortgeschritten, dass sich diese Tiere gut jagdlich verwerten ließen. Auch nach Meinung von Dr. Michael Petrak, Leiter der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadensverhütung in Bonn, ist es dringend geboten, besonders in die Frischlingsklasse des Schwarzwildes einzugreifen, wobei mehr als 75 Prozent der gesamten Jagdstrecke empfohlen werden. Durch den hohen Waldanteil in den Hegeringen Borgholzhausen, Verl und Schloß Holte-Stukenbrock ist das Schwarzwild dort in einer höheren Dichte aufzufinden. Deswegen dürfen die Jäger auch in der jetzigen Schonzeit aktiv werden.

Tierschutz ist zu beachten

Trotz der Sondergenehmigung zum derzeitigen Jagen von Wildschweinen weist der Kreis auf die Beachtung des Tierschutzes hin, da auch Überläuferbachen bereits eigenen Nachwuchs haben könnten. Führende Tiere dürften unter keinen Umständen geschossen werden. Aufgrund des mit anderen Behörden abgestimmten Schwarzwild-Monitorings sollen Proben (Kammerserum, ersatzweise Organproben von Milz und Mandeln) der erlegten Wildschweine bei der Veterinärbehörde abgeben werden. Weisen erlegte oder tot gefundene Tiere bereits Anzeichen auf, die auf eine Erkrankung mit der Schweinepest hindeuten, sind die Proben auf direktem Weg zur Kreisveterinärbehörde zu bringen.

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