Seeed krönen Serengeti-Festival
Bild: Wessel
Die Musiker von Seeed lieferten am Sonntagabend den krönenden Abschluss des Serengeti-Festivals.
Bild: Wessel

Pünktlich um 20.45 Uhr rauscht der schwarze Vorhang hinab, mit dem während des Soundchecks die Bühne verhängt war. Bässe wummern los und 13 Musiker geben Vollgas. Mit „Dancehall Caballeros“, „Molotov“ und „Wonderful Life“ servieren Seeed gleich zu Beginn ihrer Show drei musikalische Tanzmotivationsverstärker. Binnen weniger Sekunden ziehen die Dancehall-Beats auch die letzten Festivalbesucher auf die Beine, die sich das vorherige Programm bislang in sitzender oder liegender Position zu Gemüte geführt haben. Seeed-spezifisch schwingen Peter Fox, Boundzound und Dellé die Beine, gehen in die Knie und fegen mit einer Dynamik über die Bühne, die die Hitze des Tages kalt erscheinen lässt.

Besucher charmant wachgesungen

Für die Berliner ist es eine Leichtigkeit, die Zuschauer zum Mitswingen zu animieren. Tausende reißen die Arme in die Luft, lassen Handtücher und Kleidungsstücke über ihren Köpfen kreisen oder marschieren auf Kommando von links nach rechts. Wahrlich gute Vorarbeit hatten jedoch schon die Musiker der vorherigen Bands geleistet. Die „Monsters of Liedermaching“ haben, wie auch schon am Vortag, die Festivalbesucher mit intonierter Ironie charmant wachgesungen. Damit hat die Band den Weg geebnet für musikalische Schwergewichte wie Triggerfinger, Kettcar und Bosse.

Während Seeed das Gelände mit einer letzten Party in einen lauen Sonnenuntergang schicken durften, standen die anderen Bands bei wolkenlosem Himmel und hochsommerlichen Temperaturen auf der Bühne. „Gib doch mal einer dem alten Mann eine Sonnenbrille, ich sehe euch doch gar nicht“, forderte Kettcar-Sänger Marcus Wiebusch auf. Mit Erfolg: Leihweise umrahmte gelbes Plastik mit dunklen Gläsern seine Augen.

Bosse kämpft mit Hitze

Mit der Hitze zu kämpfen hatte auch Sänger Bosse: „Das ist die absolute Oberhölle, aber irgendwie auch ganz gut“, sagte er über die Temperaturen. Diese hinderten ihn jedoch ebenso wenig daran, alles zu geben, wie die Rocker von Triggerfinger und das Publikum. Wie kann man auch Nein sage, wenn Sänger Ruben Block im charmanten Deutsch-Englisch-Mix zum Mitmachen auffordert?

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