Sieger für Gerkens Hof ermittelt
Sieger geehrt: (v. l.) Andreas Wonnenmacher aus Bielefeld (Anerkennung), Wirtschaftsförderer Werner Thorwesten, Sieger Tobias Lammerich aus Bergisch Gladbach, der Zweitplatzierte Thomas Kostulski aus Köln, Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, die Stadtplanerin Silke Sykora und Aloysius Hasken (SPD, stellvertretender Preisrichter).

Der Rat könnte sich auch dafür aussprechen, die auf den Plätzen zwei bis vier gelandeten Vorschläge zu verwirklichen. Bürgermeister Hubert Erichlandwehr (CDU) machte indes bei der Preisverleihung am Dienstag im Rathaus deutlich, dass aus Sicht der Stadtverwaltung zunächst der Siegerentwurf die Grundlage für die weiteren Beratungen ist. Im nächsten Schritt wird Tobias Lammerich seine Planung im Bauausschuss vorstellen.

Bis es zu einem Bebauungsplan kommt, werden Ergänzungen und Änderungen eingearbeitet. Die 14 eingereichten Vorschläge sind bis Ende nächster Woche im Foyer des Ratssaals ausgestellt.

Aufgabe der Wettbewerbsteilnehmer war es, ein Wohngebiet zu entwickeln, das mit Blick auf den demografischen Wandel und einen möglichst ressourcenschonenden Energieverbrauch auf dem neusten Stand ist. „Wir wollten eine neue Note sehen“, sagte Bürgermeister Erichlandwehr, der der Jury unter dem Vorsitz der Dortmunder Professorin Dr. Sabine Baumgart angehörte. Es sei gewünscht, dass sich Gerkens Hof von den bestehenden Wohngebieten in Schloß Holte-Stukenbrock abhebe.

Die Planung von Tobias Lammerich sieht vor, den Hof Gerkens als Zentrum des Quartiers zu erhalten. Von allen Bauplätzen soll es Sichtachsen zu der Hofstelle und zum Kiefernwäldchen im Süden des Geländes geben. Die Jury lobt an dem Entwurf unter anderem die „klare räumliche Grundstruktur“. Weiter heißt es in der Beurteilung: „Durch das einfache Erschließungskonzept ist eine flexible Umsetzung in mehreren Bauabschnitten möglich. Die Funktionalität und Vermarktbarkeit ist gut gegeben.“

Das Preisgericht würdigt am Siegerentwurf ferner die gute Vernetzung mit dem Straßennetz und dem Umfeld. Kritisiert wird „die wenig ausgeprägte Quartiersbildung“. Die modular aufgebauten Haustypen schafften „zu wenig den auch räumlich sichtbaren Wohngruppen-Gedanken.“ Außerdem sei die Wohnbaufläche relativ klein veranschlagt, so dass die Wirtschaftlichkeit gefährdet sei.

Tobias Lammerich kassiert für seinen Sieg ein Preisgeld von 4500 Euro. Die Jury entschied sich mit fünf zu eins Stimmen für ihn. Auf Rang zwei (3500 Euro) landete der Entwurf des Kölner Architekten Thomas Kostulski. Auf Platz drei (2500 Euro) folgte der in Los Angeles residierende Christoph Kapeller vor Nikolas Bahnemann aus Kaiserslautern auf Rang vier (1500 Euro). Das Preisgericht sprach zwei Anerkennungen (je 750 Euro) für Andreas Wannenmacher aus Bielefeld und das Studio Dietzig aus München aus.

Der Wettbewerb wurde von den Sennestädter Stadtplanern Drees und Huesmann im Auftrag der Stadtverwaltung organisiert. Die Jury befand in einem anonymen Verfahren über die 14 eingereichten Entwürfe.

Nach einem Losentscheid hätten sich 20 Architekten an dem Wettbewerb beteiligen dürfen. „Das Thema ist nicht leicht“, kommentierte Stadtplaner Reinhard Drees den relativ geringen Rücklauf (70 statt üblicherweise mehr als 80 Prozent). Von den sechs gesetzten Architekten sandten nur drei einen Entwurf ein. Fünf der sechs mit einem Preis oder einer Anerkennung gewürdigten Vorschläge stammten von zugelosten Büros.

Jurymitglied Silke Sykora aus der Stadtverwaltung betonte, dass das Preisgericht „sehr heiß“ über die vielfältigen Ideen diskutiert habe. Der Bürgermeister sagte, der Verwaltung und dem Rat stehe noch viel Arbeit bevor, bis das Neubaugebiet verwirklicht werden könne. Außer der Vorsitzenden Sabine Baumgart, Hubert Erichlandwehr und Silke Sykora zählten der Bonner Stadtplaner Guido Wallraven sowie die Ratsherren Jürgen Gärtner (CDU) und Bruno Schmidt (SPD) zu den Preisrichtern.

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