Signalfarbe Blau schreckt das Wild ab
Bild: Steinecke
Ralf Reckmeyer, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, mit einem blauen Reflektor.
Bild: Steinecke

Jetzt liegen die ersten Ergebnisse vor. „Wo die Reflektoren angebracht sind, sind die Wildunfälle zurückgegangen“, so der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Ralf Reckmeyer. Sein eigenes Jagdrevier liegt in Pixel. 17 Tiere sind dort und in den angrenzenden Revieren von April bis Juli 2012 totgefahren worden. Nach Anbringung der blauen Warnsignale waren es von August bis Dezember nur noch zwei Tiere. „Ich bin gespannt auf die ersten Streckenberichte“, sagt Reckmeyer und wartet auf die offiziellen Zahlen, wenn Ende März das Jagdjahr endet. Wirklich fundierte Aussagen werden im März 2014 erwartet.

Vorbild Bayern und Schleswig-Holstein

Damit entsprechen Reckmeyers Beobachtungen den Erfahrungen aus den Modellversuchen in Bayern und Schleswig-Holstein. Dort gingen die Wildunfälle um 80 Prozent zurück. Da Blau in der Natur so gut wie nicht vorbommt, sehen die Tiere eine Gefahr darin. Wirksam sind sie bei allen Schalenwildarten. Vom Rotwild über das Rehwild bis zu den Wildschweinen. Bisher fiel rund ein Drittel des zum Abschuss freigegebenen Wilds dem Autoverkehr zum Opfer.

Für das Pilotprojekt wurden 65 betroffene Revierinhaber angeschrieben. 45 Reviere beteiligten sich schließlich an dem Modellversuch. Insgesamt wurden im Kreis Gütersloh 2850 Reflektoren angebracht. Der Kreis sowie vier Versicherungsgesellschaften beteiligten sich mit je 4000 Euro an den Kosten. Damit kostete ein Blaulicht den Jagdpächter nur drei statt fünf Euro.

Antrag vor der Montage

Eigentlich war die Testphase auf drei Jahre angelegt. Aufgrund der guten Erfahrungen will die Kreisjägerschaft aber nicht so lange warten. Die Reflektoren sollen nicht mehr nur an neuralgischen Punkten, sondern bereits jetzt flächendeckend eingesetzt werden.

„Wir haben positive Erfahrungen gesammelt. Das schlägt eine große Welle“, ist sich Reckmeyer sicher, dass die meisten der 239 Jagdreviere im Kreis mitziehen werden. Die Reflektoren einfach an die Leitpfosten zu montieren, funktioniert aber nicht. Für Bundes- und Landstraßen muss ein Antrag bei Straßen NRW in Bielefeld gestellt werden. Für Kreis- und Kommunalstraßen werden die Anträge über die Kreisjägerschaft gestellt.

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