Sozial schwache Mieter werden unterstützt
Im Kreishaus in Wiedenbrück wurde die neue Kooperationsvereinbarung zwischen dem Kreis und dem Mieterbund OWL unterzeichnet: (v. l.) Ralf Brodda (Geschäftsführer Mieterbund OWL), Veronika Rosenbohm (Vorstandsvorsitzende Mieterbund OWL), Stefan Susat (Abteilungsleiter Materielle Hilfen, Jobcenter) und Michaela Gast (Sachgebietsleiterin existenzsichernde Hilfen, Kreis Gütersloh).

Mieter, die Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe erhalten, können sich somit im Einzelfall weiterhin nach Abstimmung mit dem Jobcenter oder der Abteilung Soziales des Kreises für sie kostenlos an die Experten des Mieterbunds wenden. „Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit ist wichtig“, sagt Michaela Gast, Sachgebietsleiterin existenzsichernde Hilfen. „Antragsteller können weiter die Beratung durch den Mieterbund in Anspruch nehmen, wenn Anhaltspunkte für Mietmängel vorliegen.“

Kreis kooperiert mit Mieterbund

Auch wenn es um die Höhe und Richtigkeit von Heiz- und Nebenkostenabrechnungen gehe sowie bei Fragen zur Angemessenheit der Miete insgesamt, berate der Mieterbund. Die Zusammenarbeit hat sich nach Angaben des Kreises als sehr geeignet erwiesen, um auch Leistungsbezieher bei der Wahrnehmung ihrer Rechte gegenüber dem Vermieter zu unterstützen. „Das Mietrecht ist kompliziert“, erklärte Veronika Rosenbohm, die Vorstandsvorsitzende des Mieterbunds in OWL.

Rund 19 000 Menschen nutzten aktuell das umfangreiche Dienstleistungsangebot rund um das Wohnen zur Miete. „Jeder Mieter muss sich, unabhängig von seinem Einkommen, gegen unberechtigte Vermieterforderungen wehren und seine berechtigten Interessen durchsetzen können. Dafür setzen wir uns in dieser Kooperation ein“, so Rosenbohm weiter.

Einsparungen bei den Kosten der Unterkunft

„Der Kreis Gütersloh übernimmt dabei den Jahresbeitrag beim Mieterbund“, ergänzte Stefan Susat, Leiter der Abteilung Materielle Hilfen im Jobcenter. Im Falle tatsächlich überhöhter Mieten oder Nebenkosten kommt das durch die Beratung eingesparte Geld dem Kreis zugute. In den ersten zweieinhalb Jahren der Zusammenarbeit mit dem Mieterbund OWL übernahm der Kreis Beiträge für rund 130 Mitgliedschaften. „Die dadurch erreichten Einsparungen von nicht gerechtfertigten Miet- und Nebenkosten übertrafen die Kosten des Kreises für die Mitgliedsbeiträge deutlich“, sagte Susat.

Der Kreis trägt derzeit für knapp 10 000 Haushalte zumindest einen Teil der Aufwendungen für Unterkunft und Heizung einer Mietwohnung. Die Ausgaben beliefen sich allein im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende im vergangenen Jahr auf insgesamt 41 Millionen Euro. Der Kreis Gütersloh weist darauf hin, dass die vom Jobcenter und den Sozialämtern an Leistungsberechtigte gezahlten Mieten im Regelfall pünktlich und vollständig beim Vermieter ankommen. Sollte dies ausnahmsweise mal nicht der Fall sein, kann der Kreis die Mietkosten auch direkt an den Vermieter auszahlen.

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