Staatsanwalt fordert Haftstrafen
Am 30. April will das Landgericht Bielefeld das Urteil im Prozess um den Handel mit illegalen Dopingmitteln sprechen.

Für diese Verstöße gegen das Arznei- und gegen das Betäubungsmittelgesetz sollen die Angeklagten nach dem Willen der Staatsanwaltschaft Haftstrafen erhalten: 15 Monate auf Bewährung das „kleinste Rädchen“, zwei Jahre auf Bewährung der Organisator sowie drei Jahre und neun Monate Haft der Hauptverantwortliche.

Letzterer soll nach dem Willen der Ankläger auch finanziell am stärksten bluten, nämlich mit fast seinen gesamten Ersparnissen. Die beiden anderen sollen Geldbußen von 2400 beziehungsweise 6000 Euro zahlen.

Angeklagte sind geständig

Die Verteidiger plädierten für bewährungsfähige Strafen, also nicht mehr als zwei Jahre. Denn alle drei Angeklagten waren geständig. Vor allem der Hauptakteur hatte zugegeben, 2010 und 2011 illegal in China, Pakistan, Indien und England Wachstumshormone bestellt und bekommen zu haben. Diese illegalen Mittel gingen an einen Internetbesteller, der sie aufbereitete und in der Bodybuilderszene verkaufte. Er wurde inzwischen auch gefasst.

Dass Kraftsportler offenbar alles tun, um Muskeln zu bekommen, erläuterte der Dresdner Experte. Denn man könne nicht nur Hormone schlucken, damit die Muskeln wachsen. Wer immer das Zeug einnehme, müsse auch etwas gegen Nebenwirkungen wie weibliches Brustwachstum und Schrumpfen der Hoden tun. Ferner müsse man das Muskelwachstum konservieren. Alles in allem ein Cocktail von Präparaten. Trotzdem gehörten die Angeklagten laut Staatsanwalt nicht „zur örtlichen Mafia“. Wenn sie den „Muskelmann-Blödsinn“ nicht angefangen hätten, hätte wahrscheinlich keiner jemals etwas mit den Strafverfolgungsbehörden zu tun bekommen.

Handel mit Dopingmittel ist gravierende Straftat

Doch so hatte der Zoll sie auf der Liste. Denn an verschiedenen Flughäfen waren verdächtige Päckchen aufgefallen. Die Beamten ermittelten lange, bevor sie 2011 bei den Angeklagten anrückten. Was die Behörden aufdeckten, waren laut Staatsanwalt „gravierende Straftaten“. Rund 127 000 Euro setzte der Drahtzieher mit den Bestellungen für seine Kunden um. Geld, für das er nun wahrscheinlich geradestehen muss. Dabei hat er nach eigenen Angaben gar nicht so viel daran verdient. Das hat in erster Linie sein Kunde gemacht, denn der bereitete die Rohstoffe für die Endkunden auf.

Wie das Gericht die Rolle der Angeklagten in diesem Handel bewerten wird, will es am 30. April verkünden.

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