Staunend einen Computer zerlegt
Ist das ihre berufliche Zukunft? Die Mädchen schauten sich gemeinsam mit (v. r.) Fachinformatiker Thomas Deppe, Stephanie Wiedey und Catharina Eckert das Innenleben eines Computers an.

Das im September an die Falkenstraße gezogene Unternehmen unterbreitete das Angebot jetzt erstmals in Schloß Holte. Im Vorjahr, damals noch in Bielefeld, hatte der Computer-Händler Synaxon zum ersten Mal an dem Mädchen-Zukunftstag als Aktionspartner teilgenommen.

Denn das soll sich ändern: „Für IT-Berufe bewerben sich in unserem Hause ausschließlich männliche Interessenten“, sagte Catharina Eckert von der Personalabteilung. Sie betreute eine Gruppe zusammen mit ihrer Kollegin Stephanie Wiedey.

Insgesamt waren die Teilnehmerinnen vier Stunden bei Synaxon zu Gast. Nach der Begrüßung wurde den Mädchen zunächst Facebook und das Internet erklärt. Des Weiteren wurde unter anderem der Beruf eines Entwicklers vorgestellt, und es gab Tipps, wie man seine Daten bei Facebook am besten schützt.

Für großes Interesse sorgte Fachinformatiker Thomas Deppe, der den 12 bis 16 Jahre alten Mädchen das Innenleben eines Computers demonstrierte. „Hat jemand von euch einen Rechner oder Notebook zu Hause?“, fragte er in die Runde, und die Teilnehmerinnen nickten ohne Ausnahme. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass die Schülerinnen ihre Rechner von männlichen Familienmitgliedern eingerichtet bekommen hatten. „Wenn mein Bruder nicht da ist, habe ich ein Problem“, bekannte eine Girls’-Day-Teilnehmerin.

Beim Girls’ Day steht das praktische Erleben eines Berufs im Mittelpunkt. In Workshops und bei Aktionen informieren sich Mädchen über Ausbildungsberufe und Studiengänge in den Bereichen Handwerk, Technik, Naturwissenschaften und Informationstechnologie, in denen Frauen bisher eher selten vertreten sind. So sollen ihnen diese Berufe näher gebracht werden, und sie können am Aktionstag ihre Fähigkeiten testen. Auch können die Schülerinnen weibliche Vorbilder in Führungspositionen aus Wirtschaft oder Politik kennenlernen. Sie erhalten direkte Antworten auf ihre Fragen und haben die Chance, erste Kontakte zu Personalverantwortlichen knüpfen.

Der Wunsch sei aber vorhanden, in der Welt in der Informationstechnologie (IT) besser Bescheid zu wissen. Einen Einstieg bot Thomas Deppe, der mit den Mädchen zusammen einen Rechner zerlegte. Anschließend führte er die Gruppe zum Herz des Unternehmens: dem Serverraum.

Dort war es einige Grad kälter als in den Büroräumen, gleich zwei Klimaanlagen machten es kühl. Von der ganzen Technik waren die Schülerinnen schwer beeindruckt.

Ob sich jemand aus dem Kreis demnächst auf Lehrstellen zur IT-Systemkauffrau, zur Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung beziehungsweise für Systemintegration bewerben wird, blieb am Donnerstag offen. „Der Einblick in den IT-Beruf war sehr interessant“, hieß es schon einmal am Ende des Girls’ Days bei Synaxon.

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