Stele bezeugt Tradition der Wallfahrt
Bild: Mlawski
Im Fackelschein wurde die Sandstein-Stele enthüllt. Zwischen den Fackelträgern stehen (v. l.) Bezirksverbandsvorsitzender Klaus Vorderbrüggen, Bruder Martin Lütticke vom Franziskanerkloster, Pfarrdechant Meinolf Mika, Bezirkspräses Markus Henke, Bildhauer Hans-Bernhard Vielstädte und Diakon Herbert Zünkler.
Bild: Mlawski

Das Kunstwerk steht vor der Marienkirche. Geschaffen hat die Stele Bildhauer Hans-Bernhard Vielstädte aus Herzebrock-Clarholz. Eingemeißelt sind ein Konterfei des Gründervaters Adolph Kolping und der Hintergrund des Gelübdes, das Kolpingbrüder aus dem Bezirksverband im Juni 1933 geleistet haben: Während des ersten deutschen Gesellentags in München hatten SA-Leute die Kolpingmitglieder angegriffen. Die Wiedenbrücker konnten fliehen und heimreisen. Danach gelobten sie, alljährlich eine Wallfahrt nach Wiedenbrück abzuhalten. Diese findet seitdem stets am ersten Samstag im Mai statt und ist ein fester Bestandteil im Programm des Bezirksverbands.

Der Enthüllung der Stele vorausgegangen war eine Messe in der Marienkirche. Vertreter der einzelnen Kolpingsfamilien stellten sich mit den traditionellen schwarz-orangenen Fahnen im Halbkreis um den Altar. Weihrauchduft und Fackelschein erfüllten das Gotteshaus und erzeugten eine besondere Atmosphäre.

„Die Stele ist Ausdruck unseres Glaubens“

Im Anschluss fanden sich die Teilnehmer draußen zusammen, um die Stele zu enthüllen. Pfarrdechant Meinolf Mika betonte im Rückblick auf die Ereignisse während des „Dritten Reichs“ die Bedeutung des Individuums: „Wo das Ich in der Masse aufgeht, da geht das Leben unter.“ Der Bürgermeister Rheda-Wiedenbrücks, Theo Mettenborg (CDU), bekräftigte den Symbolwert dieser Nacht: „Die Stele ist Ausdruck unseres Glaubens. Wenn wir uns das bewahren, dann sind wir nie allein.“

Auch der Vorsitzende des Bezirksverbands, Klaus Vorderbrüggen, betonte den besonderen Charakter der Stele, mit der man etwas Bleibendes geschaffen habe. Er dankte Hans-Bernhard Vielstädte, der das Kunstwerk aus Wrexener Sandstein geschaffen hat. Auf der Rückseite der Stele sind die Namen aller Kolpingsfamilien des Bezirksverbands verewigt.

SOCIAL BOOKMARKS