Stiftung sichert Hof Brechmanns Zukunft
Bild: Fox
Hauptsächlich Getreide pflanzt Gerhard Brechmann auf seinen Sandäckern an. Um den Urhof in der Senne trotz mangelnden Familiennachfolgers zu erhalten, hat er jetzt eine Stiftung gegründet.
Bild: Fox

 Er hat eine gemeinnützige Stiftung gegründet, die zugleich die zweite selbstständige Hofstiftung in Deutschland ist. Damit sei sein Hof, der erst kürzlich für seinen ökologischen Anbau prämiert wurde („Die Glocke“ berichtete) „auf alle Zeiten“ gesichert, wie der Landwirt erklärt.

Viele Jahre sei die Erbfolge ein Thema gewesen. Brechmann hat keine leiblichen Kinder und sein Stiefsohn, den seine Frau Rita aus ersten Ehe mitgebracht hat, habe bereits früh erklärt, dass er den Hof nicht übernehmen wolle, erklärt er die Problematik. „Da reißt der Faden“, stellt er nüchtern fest. Doch er gab nicht auf. Denn: „Den Kopf in den Sand zu stecken und zu sagen, Erben finden sich immer, bringt nichts“, sagt der 59-Jährige.

Auf die Idee, eine Stiftung zu gründen, ist er vor sieben Jahren gekommen. Damals war eine Stipendiatin aus Ostritz auf seinem Hof zu Gast. Sie nahm an einer Tagung der Bundesstiftung für Umwelt in Niedersachsen teil, zu der Brechmann die Polin hinfuhr. Dort lernte er die Brüder Wilhelm und Hermann Hasemann aus Bramsche kennen.

Die beiden Landwirte waren in einer ähnlichen Situation wie der Stukenbrocker, denn sie hatten ein Problem mit der Erbfolge und den Wunsch, den ökologischen Landwirtschaftsbetrieb erhalten zu wollen. Bundesweit waren sie die ersten, die aus ihrem Hof eine Stiftung machten. Diese Begegnung war für Brechmann der Stein des Anstoßes.

Bis der 59-Jährige 2011 selbst eine Stiftung aus der Taufe heben konnte, war es noch ein weiter Weg mit vielen Behördengängen. „Dreh- und Angelpunkt der Stiftung ist die Satzung“, erklärt Brechmann das grundlegende Konzept. Darin sei verankert, dass der Hof in seinem Sinn weitergeführt werden soll. Das heißt, Landwirtschaft, Naturschutz und Denkmalpflege stehen an erster Stelle. Das Kapital der Stiftung ist indes der Hof selbst und damit eine Immobilie.

Noch etwas ungewohnt sei es für die Eheleute Brechmann, dass ihr Hof nun in den Händen einer juristischen Person liege, erklärte Gerhard Brechmann, als er die Stiftung anlässlich der Prämierung eines seiner Sandfelder zum Schutzacker vorstellte. Das Paar sowie der Sohn hat hier Wohnrecht auf Lebenszeit.

SOCIAL BOOKMARKS