Stimmung der Industrie im Kreis trübt sich ein
Bild: Blumenstein
Erläuterten die Ergebnisse der Frühjahrs-Konjunkturumfrage: Dr. Markus Miele, Vizepräsident IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, und IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden.
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Mehr Industrieunternehmen als zuletzt erwarten sinkende Umsätze. „Wir kommen in raueres Fahrwasser, vor allem durch den Brexit und die Handelskonflikte mit den USA“, so Dr. Markus Miele, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld, am Donnerstag. Die Kammer stellte in Gütersloh die Ergebnisse ihrer Frühjahrs-Konjunkturumfrage unter ihren Unternehmen im Kreis Gütersloh vor.

381 Betriebe mit 39 660 Beschäftigten aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistung beteiligten sich. Ein deutliches Ergebnis: Der Pessimismus hat zugenommen.

Nur noch halb so viele Unternehmen erwarten steigende Umsätze

Während Handel und Dienstleistungsbranche positiv in die Zukunft schauen, haben viele der Geschäftsführer der 107 Industriebetriebe, die sich an der Umfrage beteiligt haben, Sorgenfalten auf der Stirn. So stark wie jetzt hatten sich die Erwartungen seit 2012 nicht eingetrübt. Nur 14 Prozent gehen von einer weiteren Verbesserung ihrer Geschäftslage aus – vor einem Jahr waren es noch 30 Prozent. 73 Prozent rechnen mit gleichbleibenden Umsätzen. Der Anteil der Pessimisten stieg von 10 auf 14 Prozent.

„Das jahrelange Wachstum dürfte sich erkennbar verlangsamen“

So viele Unternehmen im Kreis wie nie in den vergangenen rund zehn Jahren erwarten sinkende Inlands- (29 Prozent) und Auslandsumsätze (24 Prozent). Vor allem Letzteres gebe zu denken, so Markus Miele.

„Das jahrelange Wachstum dürfte sich erkennbar verlangsamen“, prognostizierte der IHK-Vizepräsident. Die Bundesregierung sei gefordert, unter anderem die Steuerbelastungen zu senken, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Gesamtumsatz auf Rekordniveau: 18,9 Milliarden Euro

Die Ist-Situation im verarbeitenden Gewerbe ist gut: Mit einem Gesamtumsatz von 18,9 Milliarden Euro (plus 0,9 Prozent) wurde 2018 nach zwei Jahren mit jeweiligen Bestmarken erneut ein Rekordjahr geschrieben, allerdings mit nur noch geringfügiger Steigerung.

Ein Plus im Vergleich zum Vorjahr gibt es auch bei den Beschäftigten (4,2 Prozent). Doch auch hier schlägt jetzt die allgemeine Ahnung einer konjunkturellen Abschwächung durch: Nur noch halb so viele Chefs wie vor einem Jahr planen aktuell, ihre Mitarbeiterzahl weiter zu erhöhen.

Den ausführlichen Bericht mit Einschätzungen der IHK und Zahlen aus dem Kreis Gütersloh lesen Sie in der „Glocke“ von Freitag, 22. März!

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