Streicheleinheiten mit Handpuppen
Zu Gast im Altenheim: (v. l.) Walter Görg mit Irmgard Porsch und Handpuppe Fritz, Hildegard Fischer mit Frettchen Willi, Herbert Neumann mit Handpuppe Susi sowie Alwine Brock mit Braunbär Schlafmütze.

Die handgefertigten Puppen Susi, Fritz, Braunbär Schlafmütze und Frettchen Willi statteten den Senioren einen Besuch ab. Begrüßt wurden die Bewohner sehr zu ihrem Gefallen von Handpuppe Fritz, die noch die Regeln der alten Schule kennt, mit einem innigen Handkuss.

„Haben Sie auch gesehen, dass Fritz seine neuen Schuhe extra für Sie auf Hochglanz poliert hat?“, erkundigte sich Walter Görg. Mit den Worten: „Übrigens mag der Fritz Sie sehr, deshalb kuschelt er sich so dicht an Sie“, intensivierte der Puppenspieler den Kontakt zu den Senioren. Die fassten Vertrauen zu Puppen und Spieler und plauderten munter drauf los.

„Bewohner, die sonst sehr zurückhaltend und eher ernster Natur sind, blühen auf“, berichtete Bernd Zilger, der Leiter der Einrichtung. Der Kontakt zu Walter Görg sei über das Kolpingbildungswerk Gütersloh zustande gekommen. Der Dozent, der Ergotherapeuten und Erzieher unterrichtet, reist seit mehr als 15 Jahren quer durch Deutschland, gibt Seminare und erfreut die Menschen mit seinem einzigartigen Puppenspiel. „Mann kann die Leute auf den Arm nehmen und bekommt Geld dafür“, umschrieb er scherzhaft seine Arbeit.

Dann wird er ernst. „Die Puppen sind mein Werkzeug, aber das Wichtigste ist, dass man die Menschen, mit denen man arbeiten möchte, liebt“, erklärte er sein Erfolgsrezept. „Es ist faszinierend, was man durch die Handpuppen bei Demenzkranken bewirken und erreichen kann“, betonte Zilger. „Es besteht die Möglichkeit, sie sowohl als Kommunikator oder Motivator einzusetzen. Damit erreicht man, dass die Handpuppe eine Lücke zwischen unserer rationalen Erwachsenenwelt und der irrationalen Welt der Dementen schließt.“

„Ich mache bei jedem Bewohner bewusst nur kurze Einsätze, um sie mental nicht zu überfordern“, erklärte Görg seinen raschen Wechsel von einem Bewohner zum Nächsten. Immer wieder fand er im Handumdrehen anerkennende und lobende Worte für die fröhlichen Senioren, die sich für die Aktionen freudig bedankten.

„Wichtig sind auch die Streicheleinheiten, denn insbesondere die Frauen haben da oftmals große Defizite und lieben es, die Puppe oder den Bären streicheln zu dürfen.“ Diesen außergewöhnlichen Nachmittag werden alle sicher noch lange in Erinnerung behalten. Wie sagt der Volksmund doch so schön: „Erinnerungen sind das Paradies, aus dem niemand vertrieben werden kann.“

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