Streit um Zukunft der Übergangscoaches
Bild: Neitemeier
Soll es im Kreishaus Gütersloh weiter eine Koordinierungsstelle für die Übergangscoaches geben? Diese Frage ist bei den Kreispolitikern derzeit strittig.
Bild: Neitemeier

Hätte der Finanzausschuss am Mittwoch im Rahmen seiner Debatte über die Eckwerte des Kreisetats 2013 über das Projekt abgestimmt, hätte es keine Mehrheit für die Fortführung von „Erfolgreich in Ausbildung“ in seiner jetzigen Form gegeben. Zwar machten sich grundsätzlich Vertreter aller Fraktionen dafür stark, dass die Coaches ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen. Die Frage ist nur, unter welchem Dach.

Zuschüsse fallen weg

Bisher wird „Erfolgreich in Ausbildung“ wegen Zuschüssen der Arbeitsagentur über den Kreisetat abgewickelt. Die nicht gedeckten Kosten tragen die Kommunen, bei denen die Begleiter auch angestellt sind, über die Kreisumlage. Weil die Förderung wegfällt, gibt es laut Kreisverwaltung keinen Grund, das Projekt weiter über den Kreisetat abzurechnen. Die Kommunen sollten die Übergangscoaches direkt finanzieren. Das gilt auch für den Kreis selbst bei seiner Gesamtschule im Norden.

Kreisverwaltung will Projekt abgeben

Eine Haltung, der sich CDU, FDP und FWG gestern anschlossen. Anders die SPD: Sie will „Erfolgreich in Ausbildung“ weiter beim Kreis andocken, dafür bis zu eine Million Euro bereitstellen und die Koordinierungsstelle „unbedingt erhalten“ (Ulla Ecks). Die soll nach den Plänen der anderen Seite nämlich aufgelöst und in das neue Übergangssystem Schule-Beruf des Ausbildungskonsenses einfließen.

Nicht alle Kommunen würden mitziehen

Der Finanzausschuss vertagte eine Entscheidung auch auf Drängen von Helga Lange (Grüne), die das Thema zunächst fachlich vom Schulausschuss bewertet wissen wollte. Kreisdirektor Christian Jung machte deutlich, dass nicht alle Kommunen die Coaches selbst anstellen und finanzieren wollten. So schätze die Stadt Werther zwar die Arbeit, sehe sie aber nicht als vorrangige Aufgabe einer Kommune an und mache eine Fortführung von Zuschüssen abhängig. „Wenn wir das Projekt an die Kommunen geben, müssen wir uns über die Konsequenzen klar sein“, warnte Lange.

Klaus Dirks (CDU) sagte, alle CDU-Kommunen würden Coaches anstellen. Johannes Sieweke (Freie Wähler) sprach von einer Entmündigung, wenn die Entscheidung an den Räten vorbei auf den Kreis verlagert werd

SOCIAL BOOKMARKS