Strom-Trasse soll optimiert werden
Bis zum Umspannwerk Gütersloh ist ein Teil der neuen 380 000-Volt-Leitung bereits fertig. Derzeit läuft die Planung für die Verlängerung über Bielefeld bis nach Osnabrück. Die Strom-Autobahn verläuft im Wesentlichen auf der Trasse der bisherigen 220 000-Volt-Leitung. Das Höchstspannungsprojekt ist erforderlich, um im Norden Deutschlands produzierten Strom in den Süden zu transportieren.

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion sicherte den Menschen aus der Lindenstadt sowie aus Borgholzhausen zu, den Leitungsweg soweit wie möglich zu optimieren und von Wohnhäusern abzurücken. Die 380 000-Volt-Leitung in die Erde zu packen, sei aber nicht möglich.

Freileitung von Gütersloh nach Osnabrück

Wie die neue Freileitung aussehen wird, zeigt sich bereits im Süden des Kreises Gütersloh. Denn aus dem Ruhrgebiet kommend, ist ein Teilstück der 380 000-Volt-Leitung bis zum Umspannwerk in Gütersloh schon fertig – mit bis zu 65 Meter hohen Masten (vorher 35 Meter). Von der Kreisstadt aus soll die Strom-Autobahn zum Umspannwerk Ummeln und von dort weiter über Steinhagener, Haller und Borgholzhausener Gebiet bis zur Landesgrenze führen.

27 Kilometer lang ist der Abschnitt in Nordrhein-Westfalen, weitere 20 bis Osnabrück schließen sich an. Rund 45 Millionen Euro wird Amprion nach Angaben von Diplomingenieur Oliver Cronau investieren. Das Planfeststellungsverfahren soll 2013 beginnen, damit die Leitung 2015 in Betrieb gehen kann.

Einvernehmen mit Eigentümern ist das Ziel

150 Eigentümer sind zwischen Gütersloh und Borgholzhausen von dem Projekt betroffen (und informiert). Mit ihnen sowie den Anwohnern strebt der Dortmunder Netzbetreiber einvernehmliche Lösungen an. 60 bis 70 Prozent hätten bereits Zustimmung signalisiert, sagt Diplomingenieur Daniel Heitbaum.

Möglichst keine Wohnhäuser überspannen

Doch es gibt auch viel Gegenwind, gerade in Halle und Borgholzhausen, wo die 220 000-Volt-Leitung derzeit auch Häuser überspannt. Fest steht, dass die alte vorzugsweise auch die neue Trasse sein wird. Weil dort einst zwei Leitungen geplant waren, ist die Schutzzone so breit, dass sie im Wesentlichen für das 380 000-Volt-Vorhaben reicht. Amprion will mit den Kommunen, den Naturschutz- und Forstbehörden sowie den Grundeigentümern an einigen Stellen von der bisherigen Strecke abweichen und möglichst keine Gebäude überspannen. Dabei soll in Halle auch möglichst nah an die A 33 gerückt werden.

Professor sieht keine Gesundheitsgefahren

Auch im Raum Gütersloh wird es an einigen Stellen wie am Hollerfeldweg zu Umgehungen von Häuern kommen. In jedem Fall, so Oliver Cronau zur „Glocke“, würden die Grenzwerte für die elektromagnetischen Belastungen um mehr als die Hälfte unterschritten. Gleichwohl fürchten viele Menschen gesundheitliche Belastungen und Probleme. Die erwartet Professor Dr. Achim Enders von der Technischen Universität Braunschweig aber nicht.

Mehr zu diesem Thema auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 30. August.

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