Studie: Schülerzahlen steigen stark an
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Steigende Geburtenzahlen und eine Rekord-Zuwanderung: Bis 2030 soll es acht Prozent mehr Schüler geben. Das hat eine Studie der Bertelsmann-Stiftung ergeben.
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Bereits 2025 werden voraussichtlich 8,3 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland zur Schule gehen, teilt die Bertelsmann-Stiftung am heutigen Mittwoch mit. Das sind gut 300.000 Schüler mehr an den allgemeinbildenden Schulen als vor zwei Jahren. Damit erweise sich insbesondere die offizielle Prognose als erheblich zu niedrig: Die Kultusministerkonferenz (KMK) gehe bisher für 2025 nur von 7,2 Millionen Schülern aus. „Statt demographischer Rendite kommen erhebliche Investitionen auf die Bundesländer zu, weil zehntausende Lehrer und Klassenräume fehlen“, kündigt das Unternehmen auf Basis der Berechnungen an.

Erstmals seit 17 Jahren wieder mehr Schüler

Im März dieses Jahres verkündete das Statistische Bundesamt erstmals seit dem Jahr 2000 einen Anstieg der Schülerzahlen. Das Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist der verhaltene Beginn eines Trends, der enorm an Fahrt gewinnen wird: 2025 werden bereits vier Prozent mehr Kinder und Jugendliche die Schulbank drücken als heute, im Jahr 2030 sind es sogar acht Prozent, lautet die Schätzung der Bertelsmann Stiftung. „Jetzt besteht enormer Handlungsdruck. Viele Bundesländer müssen komplett umdenken“, sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Als erste spürten die Grundschulen den Anstieg. Dort fehlen im Jahr 2025 gegenüber heute 24.110 Lehrer, sofern die Klassen nicht größer werden sollen. An den weiterführenden Schulen sinken die bundesweiten Schülerzahlen zwar zunächst noch einige Jahre. Doch zeitversetzt erreichen die starken Jahrgänge auch die Gymnasien, Gesamt-, Ober- und Regionalschulen. Auch dort werden dann zusätzlich 27.000 Lehrer benötigt.

Bauliche Engpässe drohen

Zusätzlich steige laut der Studie der Raumbedarf. Bundesweit rund 1.800 Grundschulen wurden seit der Jahrtausendwende wegen Schülermangel geschlossen. Nun, mit wieder steigenden Geburtenzahlen und verstärkter Einwanderung, gilt es, eine deutliche Trendwende einzuleiten. 2025 werden – bei gleichbleibender Schulgröße – fast 2.400 Grundschulen mehr nötig sein als heute. Etwas später kommen auf die weiterführenden Schulen ähnliche bauliche Engpässe zu.

Dräger empfiehlt der KMK, ihre Prognose der Schülerzahlen zu aktualisieren. Die stammt aus dem Jahr 2013, als weder steigende Geburtenraten noch Rekord-Zuwanderung abzusehen waren.

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