Susanne Kohlmeyer für die SPD nominiert
Bild: Bitter
Auf geht’s: Neue SPD-Kandidatin im Landtagswahlkreis 95 (Gütersloh II) ist Susanne Kohlmeyer, die Vorsitzende des SPD-Stadtverbands.
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Der Wahlkreis wurde 2012 mit einem Stimmenvorsprung von 1,5 Prozentpunkten vor der CDU vom SPD-Kreisvorsitzenden  Hans Feuß geholt. Der Landtagsabgeordnete aus Harsewinkel kandidierte nicht noch einmal.

49-jährige Gütersloh folgt auf Hans Feuß

Alle 37 Delegierten, die sich am Samstag unter Vorsitz von Jael Rachel Räker zur Wahlkreiskonferenz im ehemaligen Kesselhaus der Weberei an der Bogenstraße in Gütersloh versammelt hatten, gaben Susanne Kohlmeyer ihre Stimme; unter ihnen Schwiegermutter Marianne Kohlmeyer, als Ratsfrau und stellvertretende Bürgermeisterin von Gütersloh in guter Erinnerung. Die Kandidatin präsentierte sich locker und verriet unter Beifall: „Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit beherrsche ich nicht.“

„Bildungssystem ist nicht offen für alle“

Und sie sei auch nicht bereit, sich verbiegen zu lassen, fügte sie an. Die Politik biete ihr die Chance, viele Menschen zu treffen und dabei die kleinen Alltagsereignisse kennenzulernen, „die dem Leben oft eine andere Richtung geben“, meinte Kohlmeyer. Die Kandidatin erklärte nachdrücklich: „Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum.“ Nur der Zusatz „für Menschen in sozialer Schieflage“ machte sie ärgerlich. „Menschen in sozialer Schieflage sind die, die ihre Steuern nicht bezahlen, womit der Staat Schulen und Straßen bauen kann“, urteilte die SPD-Politikerin.

Roter Teppich für andere Menschen

Auch den Begriff „Kinder aus bildungsfernen Familien“ mag sie nicht. Sie kritisiert: „Unser Bildungssystem ist nicht offen für alle.“ Ihre Forderung: kostenlose Bildung für Kinder ab null Jahren. Wenn für die CDU Sicherheit Kontrolle bedeute, heiße SPD-Politik Prävention. Und zwar „weil Menschen aus großer Not zu uns kommen und nicht, weil sie nichts anderes zu tun haben“, unterstrich die Landtagskandidatin. Im Wahlkampf will sie einen roten Teppich mitführen und darauf nicht sich selbst („Ich bin keine Rampensau“), sondern anderen Menschen eine Bühne geben.

Der Landtagsabgeordnete Hans Feuß sagte: „Susanne mag Menschen; eine wichtige Eigenschaft, auch wenn manche Menschen einem auf den Wecker gehen. Ich habe eine erstklassige Nachfolgerin.“

Mit der Nominierung von Susanne Kohlmeyer ist die Kandidatenriege komplett: im Norden der Kreises tritt erneut Georg Fortmeier an, im Süden erstmals Jan Goldberg.

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