Tausende Jecken außer Rand und Band
Südamerika zum Greifen nah: Sie sorgte am Montagnachmittag für brasilianisches Flair beim Straßenkarneval in Rheda-Wiedenbrück. Dahinter trommelten die Mitglieder der Rhedaer Kult- und Marchingband „Ramba Samba“, was das Zeug hielt.

Die Höhepunkte des Straßenkarnevals lockte Tausende zu den Umzügen in Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Langenberg und in den Kreis Warendorf. Und den Narren wurde bei eisigem Wetter einiges zum Erwärmen geboten. In den angefügten Bildergalerien zeigt „Die Glocke“ die schönsten Motive.

Rheda-Wiedenbrück: 56 Fußgruppen und Mottowagen schlängelten sich am Montagnachmittag durch die Innenstädte von Rheda und Wiedenbrück. Mehrere tausend Zuschauer verfolgten das närrische Treiben von den Straßenrändern aus. Die Eurokrise, SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, der Berliner Hauptstadtflughafen und die Neuordnung des Rheda-Wiedenbrücker Schulsystems waren die prägenden Themen. Den krönenden Abschluss des farbenprächtigen Lindwurms bildete der Prinzenwagen von Peter I. Lange und Anne I. Henkenjohann.

Rietberg: 86 Wagen und Fußgruppen und jede Menge Lokalkolorit: Der Rosenmontagsumzug in Rietberg ist bei strahlendem Sonnenschein durch die Stadt gezogen. Die Narren hatten viel für die Sesamstraße übrig – zahlreiche Krümelmonster, Grobis und Co. feierten ausgelassen. Dass der Rat klammheimlich Geld für den Bau einer Halle im Bibeldorf genehmigt hat, nahmen die Narren übel und widmeten dem Thema drei Wagen.

Langenberg: Anders als bei den anderen Rosenmontagsumzügen fliegen die Kamellen beim närrischen Lindwurm der Brinkmannschule in Langenberg nicht zu den Zuschauern, sondern von den Zuschauern zu den Teilnehmern. Und denen gefällt der Seitenwechsel. Erst recht, wenn die halbe Gemeinde am Straßenrand bereitsteht, um kiloweise Süßes an die jungen Jecken zu bringen.

Münsteraner Narren nehmen Flughafen-Desaster aufs Korn

Während der Festzüge im „Glocke“-Gebiet fand auch in Münster ein fröhliches Narrentreiben statt: Rund 70.000 Karnevalisten haben dort am Rosenmontag bei Sonnenschein, aber eisigen Temperaturen, am Zugweg gefeiert. Als Teufelchen, Euro, geschniegelter Geschäftsmann oder Clowns verkleidet tummelten sich die Jecken an der Strecke durch Münsters Innenstadt.

Die Karnevalisten auf den 78 Mottowagen machten sich etwa über die Euro-Krise, die Benzinpreise und das Berliner Flughafen-Desaster lustig. „Umleitung zum FMO - Hier läuft es schon“, hieß es in Anspielung auf den nicht ausgelasteten Flughafen Münster/Osnabrück.

Fast 40 Fuß- und Musikgruppen - auch aus Holland - machten Stimmung.

Wegen der eisigen Kälte kamen weniger Zuschauer als in den vergangenen Jahren. Die Polizei sprach von 70.000 Karnevalisten, Zugchef Gerd Maier schätzte die Narren am Straßenrand auf 50.000 bis 70.000.

Bei guten Bedingungen hatten in den vergangenen Jahren rund 120.000 Gäste den Münsteraner Rosenmontagszug besucht.

SOCIAL BOOKMARKS