Test zeigt: Am Steuer Hände weg vom Handy
Bild: Neitemeier
Geschäftsführer Norbert Fischer ist begeistert von dem neuen Reaktionstestgerät der Verkehrswacht, das bei einer Versuchsfahrt eindrucksvoll die Gefahren der Nutzung eines Smartphones am Steuer eines Autos verdeutlicht.
Bild: Neitemeier

Zu spät für den plötzlich von rechts auf die Fahrbahn tretenden Fußgänger. Trotz Vollbremsung kommt es zur Kollision. Unachtsamkeit im Straßenverkehr hat ein weiteres Opfer gefordert. Zum Glück nicht in der Realität, sondern nur bei einer Computersimulation zum Thema Gefahrenerkennung im Büro der Verkehrswacht des Kreises Gütersloh.

Verkehrswacht überprüft Reaktion bei Ablenkung

„Ich habe auch gerade einen schweren Zusammenstoß zwischen zwei Autos verursacht, weil ich auf die Meldung des Navis geschaut habe“, verrät Geschäftsführer Norbert Fischer mit einem Schmunzeln im Gesicht angesichts des nur virtuellen Crashs. Dabei verweist Fischer auf die neueste Errungenschaft seiner Verkehrswacht: ein Reaktionstestgerät, das dem Autofahrer die Ablenkung durch Smartphones am Steuer eindrucksvoll vor Augen führt.

Gut investiertes Geld

Die aus Laptop, Smartphone sowie einem Gas- und Bremspedalblock bestehende und überall flexibel einsetzbare Übungseinrichtung ist ein weiterer Baustein im bundesweit anerkannten Engagement der Gütersloher Verkehrswacht um mehr Sicherheit auf den Straßen, das vom Überschlagssimulator über Sehtests bis hin zu Sicherheitstrainings und Junge-Fahrer-Aktionen reicht. „Ich habe das Gerät bei einer Fachfirma in Bremen gesehen und war sofort begeistert“, berichtet Norbert Fischer. 4800 Euro hat die Verkehrswacht dafür bezahlt. Geld, das dem Geschäftsführer zufolge „bestens angelegt“ ist.

Tester sind erschrocken

Das beweisen auch die ersten Einsätze des Simulators beispielsweise beim jüngsten Verkehrssicherheitstag in Halle. „Viele Jugendliche waren von dem Programm begeistert, aber angesichts der schonungslosen Konfrontation mit der gefährlichen Ablenkung durch Smartphones zugleich auch erschrocken“, berichtet Verkehrswacht-Mitarbeiterin Samira Akdil. Die meisten Menschen hätten nach der häufig mit einem Unfall endenden Simulationsfahrt erklärt, künftig beim Autofahren das Handy nicht mehr anfassen zu wollen. Fischer: „Dann haben wir viel erreicht.“

Verschiedene Simulationen möglich

Im Reaktionstestgerät stecken im Übrigen zahlreiche verschiedene Gefahrensituationen – vom ruhigen Überland- bis hin zum quirligen Innenstadtverkehr, von der Aufforderung „Musik suchen“ über die Bitte „im Büro anrufen“ bis zum Hinweis „eine neue Route wählen“. Das Besondere: Die Teststrecke kann einmal mit und einmal ohne Störung durchs Handy zurückgelegt werden. Der anschließende Vergleich der jeweiligen Reaktionszeiten und Bremsweglängen signalisiert dann ein weiteres Mal eindrucksvoll: „Am Steuer Hände weg vom Smartphone.“

Mehr zu dem Thema lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 9. Juli.

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