Textsichere Fans feiern Pur in Halle
Große Gefühle: Frontmann Hartmut Engler (links) und Keyboarder Cherry Gehring sangen über pure Freundschaft.

Von diesem puren Erfolg kann sich jeder live überzeugen. Das lyrisch wie hammerhart aufspielende Septett ist handwerklich 1 a aufgestellt. Besonders der stimmgewaltige Frontsänger Hartmut Engler fokussiert die Energie der Formation, mit der auch das Publikum mithalten kann.

Gleich die Start-Trilogie zündet das mehrstufige Hörerlebnis mit Projektchor-Charakter. „Beinah“ und der Titelsong „Zwischen den Welten“ des neuen Pur-Albums generieren sofort die Harmonie zwischen den sieben Akteuren und ihrem tausendfachen Echo.

Als an dritter Position der Programmstruktur der Hit „Freunde“ ertönt, bei dem Keyboarder Cherry Gehring zum Mikro greift und im Duett mit Hartmut singt, beginnt ein Mitmachkonzert, das ein interaktives akustisches Band zwischen den Musikern und der Masse schmiedet. Die spätsommerlichen Temperaturen erfahren im Stadion ein kochendes Maximum, als die Klassiker „Ich lieb Dich“ und „Verboten Schön“ Gemeinschaftsgefühle in Wallung bringt.

Folgend präsentiert Pur-Sänger Hartmut Engler das fantasievolle „Abenteuerland“ in mit Epauletten besetzter Zirkusuniform, trägt bei „Indianer“ den Feder-Kopfschmuck eines Häuptlings und lässt beim Song „Affen im Kopf“ zwei kostümierte Gorillas über die Bühne fetzen.

Ein cool verzerrtes Solo lässt Martin Ansel mit seiner E-Gitarre die Schallmauer durchbrechen. Er verfremdet als Hommage auf den legendären Auftritt von Jimi Hendrix beim Woodstock-Festival vor 50 Jahren zunächst die amerikanische Nationalhymne und koppelt nahtlos „Te Deum“ an, die polyphone Eurovisionshymne von Marc-Antoine Charpentier.

Als vorläufiges Ende der fesselnden Bühnenshow hat die Pop-Rock-Formation ihren Hit „Lena“ eingecheckt. Vorläufig, denn das Publikum verwandelt die Haller Location in ein loderndes Kolosseum. „Oh, wie ist das schön“, schallt der Choral ringsumher. Lippensynchron dirigiert Engler mit und steuert das Volumen und die Dynamik der Menge.

„Zu Ende träumen“ wird dann zusätzlich mit den Support-Künstlern Ina Paule Klink, alias Rechtsanwältin Alex aus dem TV-Krimi Wilsberg, und Singer-Songwriter Batomae, ehemaliger Luxuslärm-Bassist, angestimmt. Die finalen Lieder „Graues Haar“ und „Wiedersehen“ dienen als Vorausdeutung. Der Leadsänger erklärt unter hagelndem Applaus: „Es waren ein paar schöne Stunden.“

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