Thomas Putze ist  außer sich im Kunstverein
Bild: Pieper
Der Stuttgarter Bildhauer und Performancekünstler Thomas Putze zeigt im Gütersloher Veerhoffhaus unter dem Titel „Außer sich“, Tierskulpturen.
Bild: Pieper

 Auf Einladung des Kreiskunstvereins bespielt der Stuttgarter Bildhauer und Performancekünstler Thomas Putze ab Sonntag, 3. März, die elf Fachwerkräume Am Alten Kirchplatz 2 mit seinen aktuellen Arbeiten. „Außer sich“ heißt die Schau, die überwiegend Tier- und einige wenige Menschendarstellungen beinhaltet.

Vernissage: Die Ausstellung „Außer sich“ wird am Sonntag, 3. März, um 16 Uhr eröffnet. Thomas Putze ist anwesend und wird seine Performance „Affentheater“ präsentieren. Öffnungszeiten: Do./Fr. 15 bis 19 Uhr, Sa./So. 12 bis 19 Uhr.
Nach seiner Ausbildung zum Landschaftsgärtner hat Putze in Guatemala bei Aufbauprojekten geholfen und anschließend drei Jahre Theologie in Wuppertal studiert, bevor er als Illustrator und Musiker sein Geld verdiente. 1997 begann er ein Studium der Malerei und danach noch der Bildhauerei an der Kunstakademie in Stuttgart. Sein Atelier hat er heute in den dortigen Wagenhallen, Multi-Kulti-Zentrum für mehr als 80 Künstler. 

Es gilt, Grenzen auszuloten

Seine Erfahrungen haben ihn gelehrt, mit viel Lust am Experiment und einer gehörigen Portion Humor immer wieder Grenzen auszuloten. Wenn er zur Motorsäge, zum Pinsel oder Stift greift, wenn er - große oder auch winzigkleine – schroffe Skulpturen aus Pappel, Thuja oder Kirsche sägt, wenn er mit Tusche zeichnet oder aus Alltagsgegenständen schelmisch-skurrile Objekte wie seine Blechbüchsenarmee erschafft, dann geht es ihm nicht um Abbilder. Er will Bewegtes und Bewegendes darstellen. Geisteshaltungen einfangen, Abgründiges, auch Anstößiges, allzu Menschliches und Tierisches.

 „Ich spüre den Dingen gern nach, will das Wesen der jeweiligen Kreatur erkunden“, sagt Putze. Ob dabei Kunst herauskommt, ist ihm egal. Ihm geht es um das Gefühl, das seine Werke und auch seine Performances erzeugen sollen. „Ich will, dass die Leute merken, das und was bei mir und meinen Arbeiten alles im Gang ist.“

Dass es ihm dabei nicht nur bierernst um den Kunstprozess an sich geht, spricht für Putze. „Ich will auch unterhalten – aber keinen Seelenstrip liefern.“

„Affentheater“ zur Vernissage

Zur Vernissage liefert er ein musikalisch unterlegtes Szenarium, eine „hoffentlich von subtiler Betroffenheit und künstlerischer Qualität“ geprägte Performance unter dem Titel „Affentheater“. Wie seine Werke wird er es raumbezogen inszenieren. Und auch der erste Eindruck des Stuttgarters von der Dalkestadt soll mit einfließen: „Wenn es eine Stadt gibt, die prädestiniert wäre, entspannt genannt zu werden, dann ist das Gütersloh.“

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