Tochter sieht, wie ihre Mutter erstochen wird
Bild: Darhoven
Ermittler vor dem Wohnhaus in Werther, in dem die 31-Jährige tot aufgefunden wurde.
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Die 15-jährige Tochter hatte die Bluttat zuvor mit ansehen müssen. Der tatverdächtige 36-Jährige sei festgenommen worden, teilte Pressesprecher Karl-Heinz Stehrenberg mit. Er habe vor dem Haus auf das Eintreffen der Beamten gewartet und keinen Widerstand geleistet. Der Notarzt habe der leblos in der Wohnung liegenden 31-jährigen Frau nicht mehr helfen können.

Der Ehemann ist offenbar erst am Dienstag wegen häuslicher Gewalt der Wohnung verwiesen worden. Gegen ihn soll ein Rückkehrverbot ausgesprochen worden sein. Demnach war es ihm untersagt, das Mehrfamilienhaus zu betreten. Erst eineinhalb Stunden vor der Tat sind offenbar erneut Polizisten zu einer Routinekontrolle am späteren Tatort gewesen. Augenzeugen zufolge habe er abgewartet, bis die Beamten wieder abgerückt seien. Dann habe er sich Zugang zur Wohnung verschafft, in der die Familie erst seit wenigen Monaten lebte.

Nachbarn berichteten, dass wenig später die 15-jährige Tochter panisch vor Angst aus dem Haus gelaufen sei. Das Mädchen habe stark an der Hand geblutet und gesagt, dass ihr Vater mit einem Messer auf ihre Mutter einsteche. Möglicherweise habe sie ihrer Mutter helfen wollen, vermutet am Freitagnachmittag eine Anwohnerin. Sie und ihr Mann nahmen das Mädchen in ihre Obhut, während die beiden Geschwister der 15-Jährigen in der Schule waren.

Die Mordkommission und die Staatsanwaltschaft Bielefeld haben die Ermittlungen übernommen, das Jugendamt die Obhut über die drei Kinder. Wie es zu der Eskalation des Ehestreits mit tödlichem Ausgang kam, konnte der Leiter der Mordkommission, Ralf Östermann, zunächst nicht sagen: „Die Frau wurde aber offenbar erstochen“, wird er zitiert.

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