Tönnies weist Caritas-Kritik zurück
Bild: Neitemeier
Die Kritik von Caritas und Deutschem Gewerkschaftsbund an Lebens- und Arbeitsbedingungen von Werkvertragsbeschäftigten hat der Tönnies-Konzern zurückgewiesen.
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„Die Äußerungen sind für uns nur schwer erträglich, weil sie unwahr sind“, sagte Sprecher Dr. André Vielstädte der „Glocke“. Am Mittwoch hatten Vertreter des Caritasverbands und des DGB-Projekts Faire Mobilität nach einem Jahr eine erste Zwischenbilanz ihres Beratungsprojekts für Werkvertragsbeschäftigte in der heimischen Fleischindustrie gezogen und dabei aus ihrer Sicht auf manche, auch generelle Missstände aufmerksam gemacht.

„Vorreiter beim gesetzlichen Mindestlohn“

„Wir sind Vorreiter beim gesetzlichen Mindestlohn, der Selbstverpflichtung der Branche sowie bei Integrationsmaßnahmen gewesen“, erklärte Vielstädte. Zudem habe man das Projekt Ombudsfrau auf den Weg gebracht. Die Vorwürfe, man lasse die Mitarbeiter bewusst in der Isolation und viele Überstunden machten die Teilnahme an Sprachkursen unmöglich, seien „schlicht unwahr“. Zudem entwickle man derzeit gerade gemeinsam mit der Volkshochschule Reckenberg-Ems eine Verbesserung des Angebots an Sprachkursen.

Nicht richtig ist dem Tönnies-Sprecher zufolge auch der vom DGB-Vertreter geschilderte Sachverhalt, das Unternehmen habe einem Gutachter in einer juristischen Auseinandersetzung um die Anerkennung von Umkleidezeit als Arbeitszeit den Zugang zum Betrieb verweigert. Vielstädte: „Das Gericht hat entschieden, dass ein Gutachten nicht zu erstellen war.“

„Wir benötigen eindeutige Angaben“

In diesem Zusammenhang wies der Firmenvertreter auch darauf hin, dass man im Gegensatz zu einer anderen Darstellung keinem DGB-Vertreter „ein berechtigtes Zutrittsverlangen“ verwehrt habe. Vielmehr seien Räume für Gespräche angeboten worden, die jedoch nicht angenommen worden seien. Im Gespräch mit der „Glocke“ bot Vielstädte den Mitarbeitern des Projekts Faire Mobilität wie auch den Beratern der Caritas ausdrücklich eine Zusammenarbeit an. „Wir benötigen eindeutige Angaben, um den Einzelvorwürfen nachgehen zu können.“ Dafür sei die Ombudsfrau schließlich da. Sie habe die vollste Unterstützung der Firma.

Gegenüber der „Glocke“ betonte der Konzernsprecher weiter, dass die Beschäftigungsverhältnisse dem deutschen Arbeitsrecht unterlägen. Fristlose Kündigungen aus nichtigen Gründen oder das Vorenthalten von Urlaub seien nicht möglich, so Vielstädte.

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