Trend zum kleinen Waffenschein hält an
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Reizstoff- (Gas-), Signal- und Schreckschusswaffen dürfen mit einem kleinen Waffenschein gekauft und geführt werden. Die Polizei sieht die Entwicklung kritisch. Es sei vergleichsweise sicher im Kreis Gütersloh, so die Polizei.
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Nach den Übergriffen in der Silvesternacht 2015/2016 in Köln hatte die Polizei auch im Kreis Gütersloh eine verstärkte Nachfrage nach dem kleinen Waffenschein registriert. 2017 lag die Zahl der Neubeantragungen bei 341, im darauffolgenden Jahr sank sie auf 211.

Schießen nur in absoluten Notfällen erlaubt

Der kleine Waffenschein berechtigt zum Kauf und Führen von Reizstoff- (Gas-), Signal- und Schreckschusswaffen. Allerdings gibt es Einschränkungen. So dürfen die Waffen nicht bei öffentlichen Veranstaltungen mitgeführt werden – etwa Demonstrationen, Karneval, Volksfeste oder Fußballspiele. Das Schießen ist nur in absoluten Notfällen erlaubt.

„Unsere Haltung dazu ist klar“, sagt Katharina Felsch. „Wer sich bewaffnet, muss damit rechnen, dass die Waffe gegen ihn eingesetzt werden könnte“, sagt sie. Man müsse geübt sein, um damit sicher umgehen zu können. Polizisten beispielsweise absolvierten regelmäßig Schießtrainings.

Eine Waffe kann provozierend wirken 

Zudem wirke eine Schreckschusspistole nicht deeskalierend, sondern habe den gegenteiligen Effekt. Gerade wenn man unterwegs sei und eine Waffe dabei habe, um sich gegen Angreifer zu schützen, sei der „Täter meist nicht überrascht“, sagt Felsch. Eine Waffe könne hingegen provozieren.

Besser sei es, sich Hilfe zu suchen. Auch ein selbstsicheres Auftreten könne Angreifer verschrecken. Die Polizei verweist dabei auf Selbstbehauptungskurse, die beispielsweise von Städten und Gemeinden angeboten werden.

Haus einbruchssicher machen

Und auch wer sich vor Einbrechern schütze wolle, habe andere Möglichkeiten, als sich zu bewaffnen. „Da sollte man seine Zeit lieber darin investieren, sich zu informieren, wie man das Haus einbruchssicher machen kann. Die Polizei bietet kostenlose Beratungen an“, sagt die Pressesprecherin.

Außerdem: Zwar bestehe die Gefahr, dass man einen Einbrecher im eigenen Haus treffe, die Wahrscheinlichkeit sei aber sehr gering. Die Diebe stiegen in den allermeisten Fällen dann in Wohnungen ein, wenn niemand zu Hause sei.

Straftaten sind rückläufig

Aber woher kommt denn überhaupt der Drang, sich bewaffnen zu wollen? „Das ist ein subjektives Gefühl“, sagt Felsch. Denn statistisch gesehen sei man im Kreis Gütersloh sicher. „Die Straftaten sind in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.“ 2018 sei zum Beispiel ein Tiefpunkt erreicht worden. Und auch wenn für 2019 noch keine offiziellen Daten vorliegen, „sieht es im Kreis Gütersloh auch da wieder gut aus“, sagt die Polizeisprecherin. Die Kriminalstatistik wird am 2. März vorgestellt.

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